[Pottkultur.]

[ Werbung, da Orts- und/oder Markennennung ] So lange stand es schon auf unserer To-Do-Liste und irgendwie kamen wir bisher nie dazu: Herr Zwergs erster Besuch auf Zollverein. Jetz’ aber! habe ich mir gedacht, als wieder mal ein verregnetes Winterwochenende bevor stand und im Kalender ein großes Loch klaffte. Und so machte Buddy seine erste Erkundungstour auf unserem Weltkulturerbe in tristem grau und Sprühregen. Was muss, das muss eben *zwinker*

Samstagmorgen, irgendwo zwischen Niesel, Nebel und Nasskälte, machten Herr Zwerg und ich uns also auf, ein bisschen Kulturluft zu schnuppern. Nun, wie das eben so mit hochgelobten und oft prämierten Orten der Geschichte so ist, gibt es eigentlich keinen Tag im Jahr, an dem man Zollverein für sich allein hat. Bei diesem Gruselwetter hoffte ich allerdings insgeheim doch auf ein kleines Wunder, als wir aus dem Auto hopsten und erstmal einen Abstecher in den Skulpturenwald machten. Nennt mich einen Kunstbanausen, aber mit den dortigen Objekten kann ich wahrlich nicht viel anfangen *lach* viel reizvoller finde ich aber die weitläufige Brachfläche, die den Skulpturen ein Zuhause bietet. Schnell trafen wir dort auch andere Hunde an, die ihre morgendliche Runde zwischen verwilderten Gleisen und randvollen Tümpeln drehten. Das aneinander-vorbei-Gehusche kam mir diesmal sehr entgegen, legt der Zwerg doch in letzter Zeit nicht viel Wert auf Kontakt mit Artgenossen *räusper* [darüber ein andermal mehr].
Im Schatten der verbotenen Stadt, die Zollverein einst war, spielten wir noch rasch eine Runde mit dem Ball auf geschichtsträchtigem, pechschwarzem Boden, bevor wir ihr uns dann von der Rückseite langsam annäherten. Von einer kleinen Anhöhe aus erspähte ich dann das, was ich eigentlich gar nicht sehen wollte: Reisebusse. Viele Reisebusse. *möp* Soviel zu dem Gruselwetter bei dem jawohl keiner Lust auf Sightseeing hat. Nach einer schnellen Situationseinschätzung ließen wir die Kokerei also links liegen und bewegten uns lieber Richtung Schacht XII, in der Hoffnung so einen gewissen Vorsprung zu den Tourigruppen aufzubauen *zwinker* Und tatsächlich schien mein Plan vorläufig aufzugehen.
Für Fotografen aus aller Welt ist Zollverein ein architektonischer Hotspot. So viele Strukturen, Oberflächen und außergewöhnliche Blickwinkel, dass man auch beim hundertsten Besuch niemals alles einfangen kann. Ich persönlich finde Zollverein, wie auch andere Zechengelände, allerdings in den Sommermonaten wesentlich reizvoller, wenn die wilde Natur sich zwischen alten Gleisen und Betonböden ihren Weg bahnt. Aber an diesem Tag haben auch mich die klaren geometrischen Formen und einfachen Farben in ihren Bann gezogen -zumindest ein kleines bisschen *zwinker*
Und dann war er plötzlich dahin, unser Vorsprung vor den Touristen. Als der Zwerg gerade artig in der menschenleeren Gasse posierte überfielen sie uns rücklinks von hinten *zwinker* Und während ich da in gewohnter Position am nassen Boden kauerte um die zwergsche Augenhöhe aufrecht zu erhalten, hatte Buddy sie schon im Blick… und sie uns. Glücklicherweise ließ Herr Zwerg sich nicht mal von den mitgeführten Hunden aus der Ruhe bringen und so zögerte ich die Konfrontation mit noch ein paar weiteren Aufnahmen hinaus. Was ich nicht sehe ist auch nicht da sozusagen *höhö* Doch sie waren äußerst geduldig *lach* Etwas Smalltalk über unsere Fotos und einige nette Worte später überließen wir die wissenshungrige Gruppe dann erleichtert ihrem Kulturspaziergang und traten allmählich den Rückzug an.
Sehr gerne würde ich im Frühjahr, wenn die Natur erwacht, noch einmal wieder kommen, jedoch kann ich mir kaum vorstellen, dann die wunderbare Kulisse in Ruhe und Zweisamkeit mit dem Zwerg genießen zu können. Denn nicht mal das ekeligste Novemberwetter im Februar nimmt Zollverein seine Anziehungskraft für die Menschen. Und davor ziehen wir unseren Hut.

 

[DIY Kuschelsack.]

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Heute haben wir die Anleitung zum einfachsten Kuschelsack der Welt für euch *zwinker* Er ist super schnell gemacht, braucht nur wenig Material und eure Fellnasen werden ihn nicht nur im Winter lieben [sofern sie denn Kuschelsäcke mögen *hehe*]
Wir haben Daheim neben ein paar richtig tollen Hundeschlafsäcken von Labels wie vermopst*  auch den ein oder anderen selbstgemachen Kuschelplatz. Die Variante, um die es heute gehen soll, ist ein leichter, unwattierter Schlafsack mit einer weichen Fleeceseite innen und einer strapazierfähigen Baumwollseite außen. Diese ungefütterten Säcke finde ich besonders in der warmen Jahreshälfte praktisch, da Buddy auch bei sommerlichen Temperaturen abends nicht auf seinen Snugglebag verzichten möchte *lach* Außerdem liegt er sehr gerne auf der Couch in so einem dünneren Kuschelsack.

[DAS BRAUCHT IHR.]
  • 1x Fleecestoff und 1x Baumwollstoff [UPCYCLINGTIPP. für kleine Hunde eignen sich perfekt Kopfkissenbezüge als Außensack]
  • Nähmaschine
  • Stecknadeln

[Schritt 1.]
Als erstes müsst ihr eure beiden Stoffe auf Maß bringen. Ich habe hier als kleines Upcycling-Beispiel als Außensack einen ausrangierten Kopfkissenbezug für ein 80x80cm Kissen genommen, musste nur den Reißverschluss heraustrennen und anschließend meinen Fleecestoff zuschneiden. Damit ihr den Fleecestoff nachher dekorativ umkrempeln könnt, sollte er circa 30 cm länger sein, als der Baumwollstoff [ergibt 15cm zum Umschlagen]
[Schritt 2.]
Als nächstes müssen die Säcke seperat vernäht werden. Bei der Variante mit dem Kissenbezug muss natürlich nur der Fleecestoff verarbeitet werden *zwinker* Dazu faltet ihr den Stoff einmal mittig, legt die Kanten ordentlich aufeinander und näht anschließend an drei Seiten drumherum. Bei dem Innenstoff sollte hier eine der beiden kurzen Seiten offen bleiben.
[Schritt 3.]
Nun steckt ihr die beiden Säcke ordentlich ineinander, so wie euer fertiger Kuschelsack dann aussehen soll. Die unschönen Nahtränder sollten dabei aufeinandertreffen, so dass man sie von innen und außen beim fertigen Schlafsack nicht sieht. Ich persönlich finde es praktischer, die beiden Hälften nicht rundherum zu vernähen, sondern nur an der späteren Öffnung, denn so kann man den Schlafsack nach dem Waschen auseinanderziehen und viel schneller trocknen.
Ihr nehmt nun also den Innen- und Außensack, fertig ineinander gelegt, und näht mit der Nähmaschine einmal rund um die Öffnung beide Stoffe zusammen. Dies geschieht an der Kante des Baumwollstoffs, denn der Fleecestoff muss zum Umschlagen weiter überhängen. Es kann hilfreich sein, die unteren Ecken des Kuschelsacks mit Stecknadeln zu bestücken, damit auch nichts verrutschen kann, wenn ihr am anderen Ende näht.
[Schritt 4.]
Nun sollten eure beiden Hälften fest miteinander verbunden sein. Als letztes krempelt ihr nun den überschüssigen Fleecestoff nach außen um den Baumwollsack, so dass ihr einen dekorativen Umschlag erhaltet. Im Prinzip ist euer Kuschelsack nun fertig. Ich nähe aber immer noch einmal an zwei Stellen den Umschlag fest, damit er auch dort bleibt, wo er hingehört *zwinker*
Und *schwupp* habt ihr in weniger als 20 Minuten einen schicken Schlafsack für eure Fellnase gefertigt, den sie das ganze Jahr über nutzen kann. Mir gefällt hier vor allem der Upcycling-Gedanke gut und vielleicht klappt es bei größeren Hunden entsprechend mit einem auf Maß gekürzten Oberbettbezug.
Wir wünschen euch viel Freude beim Nachnähen und falls ihr noch Fragen habt oder etwas unverständlich ist, dann meldet euch!
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[Triebig.]

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Wenn ich gefragt werde, ob Buddy Jagdtrieb hat, verneine ich das grundsätzlich. Durch’s Feld hopsende Rehe, flatternde Vögel, eine Wildschweinrotte am Gartenzaun oder der liebe Fuchs im Wald interessieren den Zwerg so wenig, dass er sie kaum eines Blickes würdigt. Dennoch muss ich mir ein zunehmend stärker werdendes Problem eingestehen, dass so manchen Spaziergang überschattet: Kaninchen.

Ehrlich gesagt habe ich null Erfahrung mit jagdtriebigen Hunden und dachte immer, man könne pauschal sagen ein Hund hat einen generellen Jagdtrieb bei jedem potentiellen Beutetier oder eben nicht. Natürlich kannte ich immer mal wieder Hunde die gerne mal eine Wildgans aufscheuchen oder einem Feldhasen ein paar Meter folgen um dann gelangweilt wieder abzudrehen. Während unser Zwerg nun bei all den oben genannten Tieren vielleicht gern mal eine Fährte für ein paar Meter verfolgt und dann gelangweilt wieder zu mir zurückgetrottet kommt, verhält es sich mit den Kaninchen völlig anders.
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Auf unseren Halden wimmelt es an vielen Stellen nur so von den Löffelträgern. Schon als Buddy ein Jahr alt war und wir die ersten Male solche Ausflüge machten, verfolgte er ungewohnt intensiv Geruchsspuren. Damals machte ich mir allerdings noch keine großen Gedanken darüber, denn er war stets ansprech- und abrufbar. Nun gibt es Halden die scheinbar nicht so problematisch sind, andere aber dafür umso mehr. Im letzten Frühjahr hatte ich die erste unangenehme Situation, als Buddy eine Kaninchenfährte in die steile Böschung verfolgte und nicht im geringsten auf meinen Rückruf reagierte. Die anderen Hundehalter, die mit mir unterwegs waren, sagten nur, dass das doch nicht so schlimm sei, dort seien so viele Kaninchen auf einem Haufen, dass jeder Hund schon mal einen Aussetzer hat. Für mich war das aber so gar nicht okay und Buddy verbrachte den restlichen Spaziergang an der Leine.
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Nachdem er dann einige Male Kaninchen auf Sicht verfolgt hatte, hatten wir ein Problem. Kein Rückruf. Nicht mal das sonst gut sitzende Abbruchsignal funktionierte. Der Zwerg war irgendwo in den Hängen der Halde verschwunden und *puff* weg war er. Als er sich dann doch irgendwann bequemte seine Ohren zu öffnen und auf meinen Pfiff zu reagieren habe ich ihn gleich angeleint und damit war das Thema Kaninchen erstmal für ihn abgehakt.
Nun kam es neulich zu dem Vorfall, der mir dann doch klar machte, dass wir hier ein ernsthaftes Problem haben *hust* Wir waren auf der Halde Norddeutschland unterwegs [davon haben wir euch ja berichtet] Kaninchen waren eineinhalb Stunden lang kein Thema und dann hoppelt uns -natürlich- eins direkt vor die Füße. Buddy war so flux weg, dass ich nicht mal Stopp sagen konnte, es ging einfach viel zu schnell. Wir hörten ihn weiter unten durch die Böschung hetzen und zwischendurch immer wieder erregt bellen. Das hatte er noch nie gemacht, wie man so schön sagt *zwinker* Natürlich versuchte ich ihn abzurufen, obwohl mir klar war, dass es vergebene Mühe war. Nach einigen Minuten hörten wir plötzlich ein furchtbar lautes Aufschreien von Buddy und dann war es still. Rufen. Keine Reaktion. *schock* Ich habe sofort Rucksack und Kameratasche abgeworfen und versucht mir einen Weg hinunter durch das Gestrüpp zu Bahnen. Irgendwann kam er mir dann endlich völlig geknickt entgegen getapst, Brombeerranken um seinen Körper geheftet und wollte dass ich ihn befreie. Zum Glück war scheinbar wirklich nicht mehr passiert, als dass er mit Karacho in die Dornen gerannt und sich ordentlich weh getan hatte, ohne eine großere Verletzung *puh*
Der Schreck machte mir aber allzu deutlich, dass es so auf gar keinen Fall weiter gehen kann. Daran müssen wir also schleunigst arbeiten.
Habt ihr Erfahrungen mit derartigen Jagdambitionen und vielleicht Tipps mit welcher Methodik man das Problem am Besten angeht?
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[Heimatpott.]

[ Werbung, da Orts- und/oder Markennennung ] Allzugern zeigen wir euch hier immer wieder die obligatorischen Pott-Fotos mit Zechenliebe und Haldenkult, nicht einfach nur weil das eben dazu gehört, sondern tatsächlich, weil es mich sehr fasziniert. Vielleicht wäre das nicht so, wenn all das schon immer Alltag für mich gewesen wäre. In der Realität schaut es nämlich so aus, dass ich erst im Alter von 16 Jahren zum ersten Mal auf Zollverein war – und das als gebürtige Essenerin *hust* Damals machten wir eine Exkursion mit unserem Kunstkurs dorthin und ich erinnere mich noch ganz genau an meine ersten Eindrücke *schmunzel* Und erst als ich ein weiteres Jahr später den Herzensmann kennenlernte, setzte ich meine Entdeckungstour durch die Welt der Zechen und Halden weiter fort.

Heimat ist für mich ganz klar das Ruhrgebiet im Gesamtpaket doch im speziellen ist es dann doch eher der Essener Süden, der meine Kindheitserinnerungen prägt und Zuhause ist. Und spätestens jetzt fragt ihr euch, wo wohl diese Plauder-Reise hingeht, wa? *lach* Über all das habe ich kürzlich nachgedacht, als ich an einem wunderschönen Bilderbuch-Winter-Morgen mit Herrn Zwerg durch die Heimat unterwegs war. [und so wird ein Schuh draus, aus meiner Geschichte *hehe*]
Während wir am Wochenende gerne hier und da und überall unterwegs sind, drehe ich mit dem Zwerg unter der Woche doch eher Heimrunden vor der Haustür. An diesem Morgen ging es von der Heimlichen Liebe, über die Ruine Isenburg mit Blick auf die Villa Hügel hinab zum Baldeneysee. An dessen Ufer angekommen schlenderten wir am Schloss Baldeney vorbei, machten Späßchen auf der Regattatribüne und stiegen an der Haltestelle Hügel wieder in die S-Bahn heimwärts. Und wenn ich sage, es war ein Bilderbuch-Morgen, dann meine ich das auch so *zwinker* die Sonne lachte vom strahlend blauen Himmel, der Nebel zog vom See über die Fischlakener Hügellandschaft und das türkise Wasser glitzerte nur so dahin *schwärm*
Und während wir gut gelaunt so dahinwandelten fiel mir auf, dass wir innerhalb weniger Kilometer so ziemlich alle Wahrzeichen des Essener Südens mitnahmen. Während ich bei unseren Wochenendausflügen immerzu denke oh da ist die Zeche XY und ahhh, man kann bis nach XXX schauen [so richtig tourimäßig eben *räusper*]  nimmt man all die fantastischen Sachen vor der Haustür mehr oder weniger als selbstverständlich wahr. Stand ja schließlich auch schon immer da, die Villa Hügel *hust* Und wenn dann diese kleinen geführten Touristengruppen an einem vorbeiziehen oder die Fotokollegen aus dem fernen Osten so sehr um die Wette knipsen, so dass man glaubt das Motiv sei gleich abgenutzt *lach* kommt einem das immer so seltsam vor. Dass die Menschen von nah und fern wissbegierig mit leuchtenden Augen hier in die Heimat kommen um zu staunen und zu schwärmen über all das Selbstverständliche.
An jedem Morgen nahm ich all das also absichtlich mal ganz bewusst war. Machte nicht nur Zwergenfotos, sondern auch ganz fern-ost-mäßig welche vom See. Und den Hügeln mit Nebel. Und dem Schlossdach in der Sonne. Und den Zwerg positionierte ich obligatorisch auf der Regattatribüne.
Und soll ich euch was verraten? Als wir in der S-Bahn die zwei Haltestellen nach Hause zurücklegten, hatte ich das zufriedene Gefühl richtig was erlebt zu haben *lach*
Wie schaut es bei euch denn aus mit dem Bewusstsein für die Heimat? Alles selbstverständlich oder immer wieder besonders?

[Die nackte Wahrheit.]

Strahlend weißer Hintergrund, glänzende Augen und satte Farben – so möchte man sein Foto gerne haben. Natürlich kommt kein Bild so aus der Kamera, ob bei Profi oder Hobbyfotograf. Das Zauberwort ist Bildbearbeitung. Nun bieten die gängigen Softwares schier unendliche Möglichkeiten wenn es darum geht seine Schnappschüsse aufzuwerten. Doch schnell landet man bei einem Ergebnis, dass so fern ab der Realität ist, dass man sich fragt: Will man das?

Ich für meinen Teil bearbeite meine Fotos mittlerweile so wenig wie möglich. Dank einer guten Kamera und einem immer besseren Gefühl für die Aufnahmeeinstellungen kann ich schon mit wenigen Optimierungen das Ergebnis erreichen, dass ich haben möchte. Doch ganz auf die Bildbearbeitung verzichten möchte ich auf keinen Fall. Ich finde es ist bei jeder Fotoreihe erneut ein schmaler Grad zwischen Optimieren und Verfälschen. Heute möchte ich euch daher mal ein paar Beispiele zeigen, wie meine Fotos Out-of-Camera ausschauen und wie das Endergebnis letztlich erreicht wird. Die nackte Wahrheit eben *höhö*
Ich habe bei der Bildbearbeitung so meine Routinen je nachdem, ob es ein Zwergenfoto ist oder eine Landschaftsaufnahme, ob ein Produkt vorgestellt werden soll oder Buddy fröhlich durch die Gegend flitzt. Bis vor kurzem habe ich in den Entwicklungseinstellungen immer den Auto-Tonwert benutzt, worauf ich mittlerweile aber lieber verzichte. Meist reichen nämlich kleine, manuelle Änderungen aus. Kommen wir zum ersten Beispiel, dann lässt’s sich leichter erklären *zwinker*
Hier haben wir eine typische Landschaftsaufnahme. Und ich sage euch gleich: Landschaften sind irgendwie nicht mein Ding *lach* Eigentlich war ich mit dem Foto Out-of-Camera schon sehr zufrieden. Was habe ich verändert? Ich habe als erstes die Dynamik erhöht, um etwas mehr Farbe ins Foto zu bringen. Anschließend war mir der Baum rechts im Vordergrund ein wenig zu bunt und offensiv, schließlich soll er nur einen Rahmen bilden. Also habe ich den Kontrast minimal verstärkt und gleichzeitig die Tiefen etwas runtergesetzt [also dunkler gemacht]. Dies hatte den Nebeneffekt, dass auch die Baumreihen in der Landschaft etwas satter zum Vorschein kamen. *schwupp* Fertig ist das Motiv.
Kommen wir zum Zwerg. Für Aufnahmen mit Buddy als Hauptmotiv habe ich bestimmte Voreinstellungen angelegt, denn die Erfahrung zeigt, dass ich sie in fast jedem Bild gerne nutzte. Hier kam meine Voreinstellung “+Dynamik | + Klarheit” zum Einsatz. Durch die leichte Anhebung der Dynamik wird das Bild etwas satter an Farben, aber nicht so bunt wie bei der Erhöhung von Sättigung. Entscheidender ist aber die Klarheit. Sie bewirkt, dass Konturen schärfer werden, man Details klarer erkennt und Licht&Schatten stärker von einander abgesetzt werden. An meinem Beispielbild kann man das ganz gut beobachten. Nun muss ich sagen, dass ich beide Werte standardmäßig nur um +10 [von möglichen +100] anhebe, manchmal auch weniger.  Zum Schluss gab es dann noch eine leichte Vignettierung, um den Zwerg etwas mehr in den Fokus zu rücken. *voila* fertig.
Mit Beispiel Nummer Drei wird die Sache noch etwas interessanter *zwinker* Hier haben wir ein typisches Heimstudio-Foto, dass ich vor weißem Hintergrund und mit Einsatz der Studioleuchte aufgenommen habe. Im Originalbild könnt ihr erkennen, dass unser Ausgangsfoto klar unterbelichtet war. Nun hätte ich das natürlich schon mit der Blendenverschlusszeit während der Aufnahme korrigieren können. Habe ich aber nicht *hehe* das hat den einfachen Grund, dass ich bei Innenaufnahmen gerne mindestens eine Verschlusszeit von 1/160 Sek. benutze, da sonst die leiseste Bewegung vom Zwerg zu einem unklaren Motiv führt. Daher regle ich die Belichtung lieber nachträglich. 
Nun habe ich für dieses Beispiel extra mal den Auto-Tonwert in Anspruch genommen, um euch zu verdeutlichen, wie viele Veränderungen dadurch am Bild gemacht werden. Mit dem automatischen Wert war ich allerdings nicht ganz zufrieden, denn Buddy war nicht satt genug abgebildet. Also kam wieder mein “+Dynamik|+Klarheit” Filter zum Einsatz [diesmal sogar etwas stärker *räusper*] Dann habe ich die Belichtung etwas nach unten korrigiert, denn die Automatik war mir hier viel zu hell. Durch die bessere Belichtung könnt ihr gleich sehen, dass der ehemals graue Hintergrund wieder strahlend weiß ist, wie auch in Wirklichkeit. Außerdem kommt der Glanz von Buddy’s Fell, sowie das strahlen der Augen durch die Kombination +Belichtung | + Klarheit viel mehr zur Geltung. Um das Glänzen nicht zu übertreiben, habe ich die Lichter ein wenig heruntergeregelt.
Kommen wir zu einer weiteren Standard-Voreinstellung die ich sehr seeehr häufig nutze: die Farbverteilung. Oft habe ich in dem schwarzen Fell einen unerwünschten Blaustich. Nun kann man entweder den Weißabgleich wärmer machen oder aber -so wie in meiner Voreinstellung- die Blautöne um -50 verringern. Befinden sich aber blaue Objekte im Bild muss man natürlich aufpassen, damit man diese nicht völlig entsättigt *zwinker* Aber meine Farbvoreinstellung macht noch etwas anderes. Sie erhöht die Sättigung von Gelb- und Orangetönen minimal, damit das Farbschema des Zwergenfells besser zur Geltung kommt. Außerdem betont diese Veränderung oft auch Buddy’s Augenfarbe, die dadurch etwas strahlender wird. *tadaaa* unser Foto ist druckreif.
Jetzt denkt vielleicht der ein oder andere, dass dies ganz schön viele Optimierungen sind *hust* Aber tatsächlich könnte man viel, viel und noch viel mehr machen. Ich könnte zum Beispiel den Kontrast noch weiter erhöhen und die Klarheit gleich mit, damit Buddy förmlich aus dem Bild springt *lach* und dann könnte ich, wenn ich schon mal dabei bin, die Augen mit einem Pinselstrich noch leuchtender machen [eine Sache von keiner Minute]. Nun könnte ich auch noch hingehen, und die schattige Stelle an seinem rechten Ohr ein wenig abwedeln, damit sie genauso gut ausgeleuchtet ist, wie der Rest des Gesichts. Alles machbar. Mal sehen… ah ja, zu guter letzt könnte ich noch den Schmodder an seinem Augenwinkel mit dem Retuschierpinsel *schwuppdiwupp* verschwinden lassen. Und schon hätten wir ein super schickes Foto, bereit für das nächste Hochglanzmagazin *höhö*
Ich für meinen Teil möchte am Ende ein Foto haben, dass so aussieht, wie ich die Wirklichkeit sehe. Denn mir geht es nicht darum, Buddy’s Narbe am Ohr verschwinden zu lassen, sein goldiges Fell eher rot zu tönen oder seine Augen noch mehr strahlen zu lassen. Ich möchte am Ende des Tages ein Bild haben, dass den Zwerg genau so zeigt wie er ist: mit Schmodder im Augenwinkel und Fledderohr. Denn genau so ist er echt und das ist auch gut so.
Ich hoffe, euch hat mein kleiner Ausflug in die Bildbearbeitung nicht gelangweilt und es war vielleicht tatsächlich an der ein oder anderen Stelle interessant *lach*
Wer sich für die Bearbeitung von Hundebildern interessiert, der sollte auf jeden Fall auch auf dem Blog von Sheltie Bailey vorbeischauen und den tollen Artikel von Jasmin zu diesem Thema lesen klick! 
Falls ihr noch Fragen habt oder Anmerkungen, dann immer her damit *zwinker*