Alles in Bewegung – Zu Fuß und Pfote unterwegs

[Werbung] Heute dreht sich bei uns im Rahmen der diesjährigen AGILA Blogparade alles um Bewegung rund um Hund. Wir verraten euch, was unsere Gedanken bei Buddys Einzug waren, welche Rolle Bewegung in unserem Alltag spielt und wie die eigentlich ausschaut, was sich durch Einschränkungen temporär und dauerhaft verändert hat und warum Bewegung einfach etwas besonderes ist.

Wir haben niemals klassischen Hunde- oder gemeinsamen Zweibeinersport getrieben, und doch spielt Bewegung eine große Rolle in unserem Leben. Ich war nie der große Sportler, aber ich war keineswegs eine faule Socke. *zwinker* Von klein auf bin ich am liebsten zu Fuß gegangen und habe – so erzählt man sich – sobald ich laufen konnte bei jeder Gelegenheit vehement Buggy und Co. ausgeschlagen. *schmunzel* Auch wenn diese Favorisierung des Gehens aufgrund der alltäglichen Tücken des Heranwachsens und Erwachsenseins a la Zeitmangel, Termindruck und expandierenden Wegen definitiv nicht immer stetig war, *hüstel* bin ich spätestens mit dem Einzug von Buddy wieder endgültig zum leidenschaftlichen Fußgänger geworden. Ob alltägliche Erledigungen und Termine in der näheren Umgebung oder Gassirunden und kleine Wanderungen, ich genieße es sehr per Pedes unterwegs zu sein. Ich mag die frische Luft, den Entschleunigungsfaktor, das Gedanken-schweifen-lassen und die vielen kleinen Dinge, die man überall entdeckt. Ich mag es mittendrin und doch ganz für mich zu sein, und ja, ich erfreue mich sogar an Wind und Wetter. *zwinker*

Zu Fuß und Pfote unterwegs - Nahaufnahme von Pfoten und Füßen, Pinscher Buddy sitzt neben Frauchen Melody

Flexibilität als A und O

Als Mini-Buddy Teil des Teams wurde, entpuppte er sich schnell als Powerzwerg, der nichts mehr liebte, als zu rennen, Fangen zu spielen und seinem Ball hinterher zu jagen. Und er war von Anfang an, trotz der kurzen Beinchen, so unglaublich schnell! *lach* Damals haben wir von verschiedenen Seiten den Ratschlag erhalten, nicht jeden Tag das gleiche Maß an körperlicher Auslastung anzustreben und den Zwerg (natürlich immer altersgemäß) von langweiligen Ruhetagen bis hin zu Abenteuer und Action pur an stets wechselnde Aktivitätslevel zu gewöhnen. Das klang für mich absolut logisch und plausibel, immerhin kannte man so einige hibbelige Fellnasen, die ihren hausgemachten übermäßigen Tatendrang mit Verhaltensauffälligkeiten und Unarten kompensierten. *hust*

Zu Beginn der Teeniezeit waren ruhige Tage noch eher schwierig für Buddy, man merkte förmlich wie sich die unverbrauchte Energie ansammelte und unmittelbar zu nervigem Verhalten führte. Mit den Monaten und Jahren wurde er aber immer entspannter, konnte fünf Tage tote Hose unter der Woche genauso genießen, wie ein Wochenende voller Ausflüge und Wanderungen. Überhaupt unterstützten wir auch die schleichende Entwicklung vom Sprinter zum Wanderer beim Zwerg. Wir versuchten ihm zu zeigen, dass ein langer, gemeinsamer Spaziergang mit einem kurzen Spielyspiel zwischendurch oftmals reizvoller sein kann, als zwanzig Minuten wie ein Irrer allein über ein Feld zu brettern und danach verausgabt, mit zufallenden Augen, nach Hause zu schleichen. *räusper*

Ohne Sport sportlich unterwegs

Wie man schon in und zwischen den Zeilen lesen konnte, treiben Buddy und ich im eigentlichen Sinne keinen Sport zusammen – auch wenn ich zügige Gassitouren und Wanderungen immer gerne als solchen bezeichne. *hihi* Der entscheidende Faktor liegt bzw. lag dabei keinesfalls am Zwerg, denn ich habe hier ganz egoistisch für uns beide nach meinen Vorlieben entschieden. Und zu denen gehörten nun einmal noch nie Dinge wie Joggen oder sportliche Vereinsaktivitäten. Letztlich denke ich, Buddy wäre genauso gerne mehrmals die Woche mit mir Laufen gegangen wie über Hindernisse und durch Tunnel zu flitzen oder einer Trailspur nachzuschnüffeln. Zumindest könnte ich mir all das gut vorstellen. Aber er ist ebenso ein freudiger Spazierer und Wanderer, Entdecker und Abenteurer geworden. Und genau das ist der Punkt: Gemeinsame Aktivitäten zu finden, die Mensch und Hund gleichermaßen Freude und Ausgeglichenheit bringen.

Buddy and Me - Buddy und Zweibein Melody stehen an der Korte Klippe und blicken in die Ferne, Buddy sitzt zwischen den Füßen

Im Grunde kann man sagen, dass Bewegung bei uns zwei wesentliche Standbeine hat. Das erste ist das gute, alte – gerne unterschätzte – Gehen. Im Alltag laufen wir morgens und abends unsere Gassirunden, die je nach Jahreszeit, Wetter und Terminplan vollkommen unterschiedlich sein können. Gerade morgens unter der Woche ist es öfters mal nur die schlichte Runde um den Block an der Leine, bei der von 15 bis 45 Minuten alles möglich ist. Abends ist es einmal ein einstündiger Spaziergang durch den Park inklusive einer entspannten Pause auf der Bank, dann eine zügige 30-Minuten-Freilaufrunde durch Wiesen und Felder und ein andermal eine schöne, große Waldrunde. An den Wochenenden darf es auch gerne etwas mehr sein, sprich morgens und abends ausgelassene Runden in der Natur. Gerade im Sommerhalbjahr sind hier regelmäßig kleine Wanderungen dabei, bei denen wir neue wie auch altbekannte Orte erkunden und genießen.

Es gibt Phasen, in denen wir eher weniger unterwegs sind, wie beispielsweise in knackigen oder schmuddeligen Wintermonaten, und Phasen, in denen wir das doppelte bis dreifache Tagespensum an Schritten absolvieren, wie im Urlaub samt Strandspaziergängen, Bummeleien und Wanderungen.

Ein Spiel für Körper, Seele und Team

Das zweite Standbein der Bewegung, wenn man es so nennen möchte *zwinker*, betrifft vor allem Hund allein und doch uns beide als Team – die Rede ist von Apportierspielen, Buddys großer Leidenschaft. Dazu sollte ich wohl sagen, dass es keinesfalls immer so war. *hust* Der Zwerg hatte anfangs nämlich null Interesse am Apportieren. Er liebte vor allem Bälle. Man konnte den Ball werfen, Buddy jagte hinterher, schnappte ihn sich… und das war’s dann. Spiel zuende. Der Ball wurde entweder weggeschleppt oder aber demonstrativ liegen gelassen. Klar sollte ich ihn gleich nochmal werfen, aber wie der Ball wieder zu mir kommen sollte, das war nicht Buddys Problem. *lach* Lange Rede, wir sagten den Bällen aus unterschiedlichen Gründen Lebewohl, stiegen auf Futterdummys um und erarbeiteten kleinschrittig und geduldig die Grundidee des Apportierens. Und als dieser Groschen nach Monaten gefallen war, da gab es für Buddy nichts schöneres mehr. Bald stiegen wir dann vom Dummy auf’s Spiely um und unser absolutes Lieblingsspiel war geboren.

Pinscher Buddy apportiert sein Spiely am Strand von Zingst

Ob auf der heimischen Wiese oder am Ostseestrand, eine Runde Spiely geht immer. *zwinker* Neben dem Spaß- und Teamfaktor bieten unsere Apportierspiele vor allem eine gute Ergänzung zu den gemächlicheren Touren, damit Buddy sich auch mal ein bisschen schneller bewegen und auspowern kann.

Unsere Tage sind also gefüllt mit kleinen und großen Gassitouren und Wanderungen, die zwischen Großstadt und Natur eine Menge Abwechslung bieten. Mal flanieren wir gemütlich, mal marschieren wir zügig. Mal ist die Leine dran und wir haben das gleiche Tempo, mal ist der Zwerg offline unterwegs und jeder bestimmt seine Gangart weitestgehend selbst. Und immer wenn sich unterwegs die Gelegenheit bietet, wird das Spiely gezückt und eine kleine Runde gezockt, wie wir immer so schön sagen. *zwinker*

Neue Voraussetzungen schaffen Veränderungen

Einige Jahre lief es genau so wunderbar von allein, wir machten uns eigentlich gar keine Gedanken über unseren Flow der Bewegung. Dann kam der Tag, an dem wir erfuhren, welche körperlichen Einschränkungen Buddy schon die ganze Zeit hat. Ohne, dass wir es geahnt hätten. Fehlstellung der Hinterläufe, leichte Patellaluxation beidseitig und eine fehlgebildete, zu schmale Bandscheibe, die ihm immer öfter bei Fehlbelastung anhaltende, starke Schmerzen bereitete. Es wurde Zeit unseren Alltag genauer unter die Lupe zu nehmen und Veränderungen vorzunehmen.

Vor allem Treppensteigen, (Runter-) Springen und hartes Abbremsen waren von nun an weitestgehend tabu oder wurden zumindest stark limitiert. Heute bin ich rückblickend sehr froh, dass unsere alltägliche Bewegung gar nicht allzu sehr umgeworfen werden musste, sondern lediglich einen neuen Feinschliff brauchte. Hätten wir in den ersten Jahren dagegen mit trendigen Sportarten wie Agility angefangen, dann hätte die Lage ganz anders ausgeschaut.

Unsere Gassitouren blieben die gleichen, wenn wir nicht mit der Zeit sogar deutlich mehr in entspanntem Tempo unterwegs waren. Immerhin gilt es seither, Buddys Muskulatur so gut es geht zu erhalten, um die Gelenke und Knorpel nach Kräften zu unterstützen. Unsere Spielyspiele mussten dagegen ein wenig überarbeitet werden, um abrupte Bremsmanöver zu vermeiden. Auch wenn Buddy die flotte Action dabei anfangs arg vermisst hat, haben wir uns schnell wieder eingegroovt und einen Mittelweg gefunden, der uns beiden Spaß macht, viel flottes Flitzen ermöglicht und doch die Gelenke und Bandscheiben schont.

Die Jahre vergingen und alles lief seinen neu eingespielten Gang. Unterm Strich konnten wir auch mit Buddys Einschränkungen weiterhin alles machen, was uns Freude bereitete.

Von Bewegung zu Stillstand

Das Jahr 2020 kam und für mich änderten sich einige Dinge. Ich sah Bewegung plötzlich nicht mehr so selbstverständlich wie zuvor und schätzte sie mehr denn je, wollte sie festhalten, bewahren und konservieren. Einerseits ging es hier um die reine Mobilität an sich, andererseits um den Effekt auf mentaler Ebene. Nichts konnte mich so gut entspannen und abschalten lassen, wie eine ausgiebige Runde mit Buddy durch die Natur. Ich kostete unsere Touren noch mehr aus, versuchte mich immer nur auf den Moment zu konzentrieren und alles förmlich in mich aufzusaugen. Und meistens gelang mir das auch richtig gut. Abseits unserer Touren begann ich mit Yoga und Workouts. Für eine Weile fühlte ich mich so kräftig und fit wie nie.

Mit Buddy auf der Yoga Matte - Pinscher Buddy liegt auf Frauchens Beinen nach dem Workout

Dann kam der erste große Einschnitt. Plötzlich, von einem Tag auf den anderen, kam die Bewegung in meinem Leben nahezu zum Stillstand. Slow Motion trifft es wohl am besten. *räusper* Es folgten mehrere Monate, in denen unsere vormals kilometerweiten Touren auf einige hundert Meter Gassi schrumpften. Außerdem konnte ich Buddy nicht mehr sicher die Treppe tragen oder ihn problemlos ins Auto heben. Ich will ehrlich sein, das war ein herber Schlag für mich, auf den ich in dieser Form nicht vorbereitet war und der mich psychisch sehr gefordert hat. Mir fehlte die Freiheit, tun zu können, was ich doch so gern tue. Mir fehlte die körperliche Auslastung, auch wenn ich unglaublich erschöpft war. Mir fehlte der wunderbare Effekt, wie die Bewegung in der Natur meinen Geist aufräumte, wo in meinem Kopf doch so ein Chaos herrschte. Und mir fehlte diese gemeinsame Sache, die Buddy und ich all die Jahre, Tag für Tag, für uns hatten, bei der wir als Team unterwegs waren und bei der wir diese qualitativ hochwertige Zeit zusammen verbrachten. Obendrein hatte ich das Gefühl, meinen Aufgaben und meiner Verantwortung als Frauchen nicht mehr gerecht werden zu können.

Gemeinsam back on track

Buddy war in dieser Zeit die wohl größte Stütze, die ich mir vorstellen kann. Nicht ein einziges Mal strahlte er Unmut, Unterforderung oder Unzufriedenheit aus. Er passte sich einfach, still und leise an die Gegebenheiten an als wäre es nie anders gewesen. Egal wie langsam ich unterwegs war, er lief neben mir, freiwillig. Immer wieder musste ich ihn förmlich animieren und auffordern, zu Flitzen und im Schweinchengalopp ein paar Runden zu drehen. *schmunzel* Selbstverständlich machte ich mir Sorgen um seine Auslastung. Ich versuchte wann immer möglich Spiely- und Dummyspiele einzubauen, um die Minirunden aufzupeppen. Das war natürlich ganz nach Buddys Geschmack. *zwinker* Irgendwann wuchs leise der Gedanke in mir, dass es okay wäre, wenn ich nicht wieder zu alter Form zurückfinden würde und dass wir auch so irgendwie zurecht kämen.

Nach einigen Monaten ging es dann dank harter Arbeit, Geduld und einer Portion Glück endlich ganz langsam aber stetig wieder bergauf. Die stundenlange Wanderung ist nicht mehr drin und es gibt auch immer wieder Rückschläge und schlechte Phasen. Aber das Gefühl der Freiheit ist wieder da, ebenso wie die wohltuenden gemeinsamen Touren als Zweibeiner-Zwerg-Team.

Gemeinsam unterwegs - Pinscher Buddy und Zweibein Melodylaufen einen Wanderweg zwischen Feldern entlang

Meine Befürchtungen, was meine Einschränkung mit Buddy, seiner Gesundheit und unserer Beziehung zueinander machen würde, waren allesamt vollkommen unbegründet. Im Gegenteil. Unsere Bindung ist noch einmal ein großes Stück gewachsen, genauso wie jeder von uns für sich und wir gemeinsam als Team gewachsen sind. Und soweit ich es beurteilen kann, hat er keineswegs körperlich abgebaut – der Zwerg ist fit wie eh und je.

Bewegung – selbstverständlich besonders

Ich bin ein leidenschaftlicher Fußgänger und Buddy ist ein Powerzwerg. Gassitouren samt Spielyaction sind unsere liebsten Aktivitäten, die uns körperlich und geistig regenerieren, aufbauen und auslasten. Auch wenn wir nicht mehr jederzeit frei der Schnauze nach tun und lassen können, was uns in den Sinn kommt, hat sich daran rein gar nichts geändert.
Was sich geändert hat, ist die Erkenntnis, dass tägliche Bewegung keineswegs selbstverständlich ist, sondern ein häufig verkanntes, wertvolles Privileg – für Zwei- wie auch Vierbeiner. Ein Sprichwort sagt, man weiß immer erst, wie viel einem etwas bedeutet, wenn es fort ist. Ich denke, bei etwas so selbstverständlichem wie Bewegung stimmt das auf jeden Fall. Ich weiß es.

Letztlich denke ich, dass es eine unglaublich kluge Entscheidung war, Buddy an möglichst viel Flexibilität in puncto Auslastung zu gewöhnen. Und dass man keine Angst vor Veränderungen und Anpassungen im Alltag haben muss, denn das ist der Lauf der Dinge.
Bewegung gehört zum Leben mit Hund definitiv dazu. In welcher Form, von Leistungssport bis Freizeitvergnügen, das sollte allein das Mensch-Hund-Team selbst bestimmen und niemand sonst. Auch ein geborener Powerzwerg braucht nicht rund um die Uhr Action, sondern kann sehr gut gemächlich mit regelmäßigen Highlights leben. Zumindest gilt das für Buddy.

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Und, last but not least, eines noch von Herzen zum Schluss: genießt und schätzt die Bewegung, kostet sie aus und macht sie euch hin und wieder richtig bewusst – ob allein oder gemeinsam mit der Fellnase, ob langweiliger Fußmarsch oder langersehnte Wanderung.

Denn Bewegung ist wertvoll und wunderbar.


Blogparade – weiter geht’s

Wir dürfen mit unserem Artikel diese Woche gemeinsam mit Wiebke von Sleepherds und Tanja von Herr Olaf zum Startschuss der AGILA Blogparade “Alles in Bewegung” dabei sein. Bis Mitte September erwarten euch dann noch viele weitere spannende Beiträge auf anderen Vierbeinerblogs wie Dogsoulmate, Dreipunktecharlie, Verbellt & Gehoppelt und Behütet & Geliebt.

INFOBOX
Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit und mit freundlicher Unterstützung von AGILA. An dieser Stelle ein großes Dankeschön für den immerzu offenen, inspirierenden und gut gelaunten Austausch!
Alle Erfahrungen, Erlebnisse und Meinungen sind und bleiben allein meine eigenen.
(…und gelegentlich die vom Zwerg ;-))


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