Buddy hat den Montagsblues

Wir Zweibeiner kennen ihn ganz gewiss mehr oder weniger: den Montagsfrust. Manche von uns schaffen es den Montag als fabelhaften neuen Beginn zu sehen, doch die meisten wünschen sich wohl doch eher einen zweiten Sonntag statt den Montag auf dem Kalender. Unsere Hunde hingegen haben keinen Kalender, zählen keine Wochentage… und doch bin ich mir ziemlich sicher, dass Buddy genau weiß wann Samstag ist, wann Freitagabend und auf jeden Fall wann der Montag an die Tür klopft *zwinker*

Mit Ach und Krach und viel Krawall

Seit einigen Monaten beobachte ich beim Zwerg eine interessante Tendenz. Wenn wir montagmorgens das Haus zu einer Pipirunde verlassen, ist er schon auf der Türschwelle auf Krawall gebürstet *räusper* Der erste Passant der an unserem Haus vorbeihastet, während ich noch die Tür hinter uns zuziehe, wird verbellt, die Nackenhaare bleiben aufgestellt und so stiefelt der Zwerg breitbeinig wie ein kleiner Cowboy auf den Gehweg. Da kommt ein Rad die Straße lang gedüst, Buddy macht einen Satz nach vorne in seine Richtung und grunzt wütend. Einen Moment bleiben wir stehen um die Situation sacken zu lassen und Ruhe reinzubringen und, ja tatsächlich, geht die Bürste auf dem Rücken runter *tiefdurchatmen* Als nächstes wird hektisch alles übermarkiert was in einem Radius von zwanzig Metern um unser Grundstück zuvor von anmaßenden fremden Vierbeinern als ihres gekennzeichnet wurde. Spätestens zehn Meter nach unserer Ruhe-Ohm-Entspannen-Einheit schaut sich Buddy schon wieder gereizt nach dem nächsten Opfer um *hüstel* Ich versuche möglichst entspannt zu schlendern, könnte ja auf den Zwerg abfärben… und zack kommen gleichzeitig ein Rad aus der einen Richtung und ein hektischer Fußgänger auf der gegenüberliegenden Straßenseite aus der anderen Richtung – Buddy ist wieder im Bürstenmodus und schaut schnaufend wie ein Drache von der einen zur anderen potentiellen Bedrohung. Der einzige Grund warum er jetzt nicht anschlägt ist vermutlich, dass er sich nicht für einen Kandidaten entscheiden kann. Natürlich versuche ich die Situationen vorauszusehen, vorher die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken – das klappt schließlich dienstags bis sonntags auch wunderbar. Nö, nicht am Montag. Da landen wir schließlich gleich nach dem Verlassen des Hauses in einem lebensfeindlichen Haifischbecken in dem es nur darum geht der Stärkere zu sein. Meint zumindest Buddy.

Irgendwie schaffen wir es dann spießroutenlaufmäßig an unserer favorisierten Pipiwiese anzukommen. Hier wird dann vom Verteiligungsmodus wieder auf Eroberungsmodus umgestellt, es wird geschnüffelt und markiert als gäbe es kein Morgen. Dann kehrt langsam aber sicher endlich ein wenig Gelassenheit ein und den Rückweg zum Haus können wir fast normal entspannt zurücklegen – wenigstens solange mich niemand nach dem Weg fragt oder die zwielichtigen Müllmänner gerade versuchen unsere Tonnen zu entwenden *zwinker* Sobald dann die Wohnungstür ins Schloss fällt ist Buddy wieder die altbekannte Frohnatur und läuft wedelnd auf und ab, in Vorfreude auf seinen Napf. Ich hingegen könnte jetzt erstmal eine zweite Dusche gebrauchen – oder besser noch ein Entspannungsbad *hust*

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Hat Buddy was von Garfield?

So spaßig man das auch als Anekdote erzählen kann, es ist nicht halb so lustig wenn man drinsteckt, wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt. Also frage ich mich doch, was ist da eigentlich los? Immerhin macht es für den Zwerg doch eigentlich keinen Unterschied ob es nun Montag oder Dienstag ist. Klar, der Wechsel vom Wochenende zur Woche könnte ihm präsent sein, vielleicht findet er es auch doof dass der Herzmann in der Regel früh aus dem Haus geht, wir nicht gemeinsam rausfahren um einen tollen Spaziergang zu machen und er nach der Runde nicht ganz so viel Aufmerksamkeit genießt während ich stundenlang am PC arbeite. Aber müsste er dann nicht logischerweise ein garfieldhaftes Montagsgesicht gleich nach dem Aufstehen aufsetzten, statt erst draußen in die Luft zu gehen….? *zwinker*

Montagsfrust und die wahren Übeltäter

Also habe ich nochmal aufmerksam beobachtet und eine neue Erkenntnis: Buddy hat gar nicht den Montagsblues. Nein, er reagiert auf den Montagsblues. An keinem anderen Wochentag ist es bei uns vor der Haustür so hektisch und trubelig wie am Montag. Die Leute hetzten an einem vorbei, scheinen alle mindestens zehn Minuten zu spät zu sein und mindestens zwei Stunden zu wenig Schlaf gehabt zu haben. Sie sind gereizt. Autofahrer motzen sich gegenseitig an und hupen. Kurzum: die Stimmung ist aufgeladen und angespannt wie ein Flitzebogen *räusper* Und nun stelle man sich vor ein Hund tritt aus seiner gemütlichen Wohnung, vielleicht noch ein bisschen verschlafen, und landet mitten in dieser elektrisierten Kulisse. Da muss Hund nicht mal sonderlich sensibel sein, um von dieser Atmosphäre infiziert zu werden. Viel dagegen machen kann man wohl auch nur schwerlich, abgesehen davon irgendwo mitten im tiefen Wald zu hausen *schmunzel* Was machen wir also mit unserem Problem, wenn es sich ohne weiteres nicht beheben lässt? Na klar, wir suchen nach dem Positivem in dem Schlamassel. Das ist auch gar nicht schwierig zu finden: Buddy hat keinen Montagsblues. Sobald die Tür ins Schloss fällt hat er den montäglichen Wahnsinn draußen gleich wieder vergessen. Und davon würde ich mir gerade nach dem Montagsspaziergang doch gerne eine dicke Scheibe abschneiden *zwinker*

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