Bye Bye Zeckensaison

Mitten im November habe selbst ich mich nun dazu entschlossen, der Zeckensaison für dieses Jahr Lebewohl zu sagen. Mit Nachdruck und ohne Bleibeoption. *hust* Wie wir dieses Zeckenjahr erlebt haben, das wollen wir euch heute in einem kleinen Resümee berichten.

Normalerweise verabschieden wir die Zeckensaison jedes Jahr offiziell mit unserem Urlaub an der Ostsee im September. Ob natürlicher Schutz oder Zeckenhalsband, spätestens zu dieser Zeit werden die teils ungeliebten und doch bitter nötigen Begleiter eingemottet und in die Herbst-Winterpause geschickt. In vielen Jahren war es sogar so, dass wir schon Ende Juli, Anfang August anfangen konnten, auf den Zeckenschutz zu verzichten und ich Buddy nur noch nach den Waldspaziergängen – in der Regel fundlos – vorsorglich abgesucht habe.

Arrangements mit der Plage

Nun, wie ihr euch vermutlich schon denken könnt, war es dieses Jahr ein wenig anders. Nach dem mehr als negativen Kickstart in die Zeckensaison im Mai hatte ich die Nase schon gestrichen voll, um es milde auszudrücken. Und ja, ich war definitiv beunruhigt. Dennoch ließ ich mich nicht mehr in panische Manöver verleiten, wie im Vorjahr *hüstel* verzichtete weder auf kurze Kleidung im Sommer noch verlegte ich jede unserer Gassirunden wie befürchtet auf die grauen Straßen. *zwinker* Allerdings strichen wir den Wald ziemlich konsequent von unserer Liste und das ganze drei Monate. Ein Sommer ohne Waldspaziergänge. Das war wirklich ein Wermutstropfen, aber für mich ein Kompromiss, der eine Entspannung der Lage möglich machte. Da der Sommer glücklicherweise selten heiß und meist wunderbar angenehm war, verlegten wir unsere Gassirunden wie zu alten Zeiten an die Felder und Wiesen. Wir gingen häufigerauf Trassen, in Grüngürteln und im Park spazieren. Alles in allem absolut machbar und ich kann nicht behaupten, dass wir keine schönen, ausgefüllten Spaziergänge mit Schnüffelspaß. Apportierspielen, Flitzen, Erkunden und Kopf auslüften hatten.

Buddy and Me gemeinsam unterwegs - Pinscher Buddy läuft neben seinem Zweibein Melody einen Feldweg entlang

Tatsächlich hielt Buddys Zeckenhalsband so der Plage stand. Er streifte durch hohe Wiesenränder und schnüffelte sich durch das ein oder andere Gebüsch am Wegesrand ohne dass ich eine Zecke hätte absammeln oder ziehen müssen. Dennoch blieb ich wachsam und suchte den Zwerg nach jedem Spaziergang gründlich ab – eine von Buddy liebgewonnene Routine, was es mir deutlich leichter machte, am Ball zu bleiben. *zwinker*

Späte Rückkehr in die geliebten Wälder

Irgendwann Ende August, Anfang September, kurz vor unserem Urlaub, begannen wir dann langsam wieder uns in die Wälder zu wagen. Aber auch wenn wir keine Zecken mit nach Hause brachten, blieb der Schutz dran und ich aufmerksam wie ein Luchs. *lach*

Nachdem wir dann Ende September zurück waren von unserem Lieblingsplätzchen am Meer, nahmen wir wieder uneingeschränkt unsere alten Gassigewohnheiten in der Heimat auf. So langsam wurde meine obligatorische Zeckensuche nach den Runden oberflächlicher und bald schon auf die Waldtouren beschränkt. Ich begann mit dem Gedanken zu spielen, zeitnah endlich das Halsband abnehmen zu können, immerhin sollte die Wirkung Ende Oktober sowieso nachlassen.

Zeckensaison 2021 - Die letzte vollgesogene Zecke entfernten wir im Oktober

Genau dann entdeckte ich mit Schrecken noch eine dicke, fette angedockte Zecke am Zwerg. Mitten im Oktober. Als würden die Biester einem den Mittelfinger samt laut gerufenem Ätschibätsch zeigen. Ziemlich überrumpelt und eine Spur ungläubig entfernte ich sie und beförderte sie in die lodernde Flamme des Feuerzeugs. *hust* Danach wurde das Absuchen natürlich wieder etwas gründlicher und gewissenhafter *räusper* doch zum Glück blieb diese bisher – toitoitoi und klopf auf Holz – die letzte. Vor zwei Wochen habe ich auch endlich den Zwerg von seinem Zeckenhalsband befreit. Immerhin dürfte das mittlerweile wirklich keine Wirkung mehr haben. Auch die Temperaturen haben nun dem spätsommerlichen goldenen Herbst endgültig den Rücken gekehrt.

Fazit, Aussichten und Erinnerungen

Unterm Strich hatte Buddy wenige angedockte Zecken, davon war nur eine vollgesaugt, die anderen bereits direkt nach dem Stich verendet. Allerdings trug er durchgehend und ohne Kompromisse von Ende Februar bis Ende Oktober sein Zeckenhalsband. Was mir am meisten zusetzte, waren die vielen krabbelnden Exemplare auf Buddy und sogar auf mir, die uns Ende Mai bis Anfang Juni das Leben schwer machten und letztlich den temporären Verzicht auf Waldspaziergänge zur Folge hatten. Nicht zuletzt gibt mir nicht nur die wachsende Zahl der Zecken hier im Ruhrgebiet zu denken, sondern auch die deutlich längere Saison. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass der Winter wenigstens einige der gefährlichen Biester dahinrafft und es nächstes Jahr nicht noch schlimmer wird als dieses. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass wir ohne die Vermeidung der Wälder keinen so entspannten Sommer erlebt hätten. Das legen zumindest die Berichte von anderen Hundemenschen in der Gegend nahe, die weiter durch die Wälder spaziert sind, sowie jene aus Presse und Forst.

Nicht selten erinnere ich mich wehmütig an die ersten Jahre mit Zwerg, als wir ohne Schutz und mit natürlichen Mitteln über die Sommer kamen und unsere Gassistrecken nicht von blutsaugenden Krankheitsschleudern limitieren ließen. Doch das ändert leider auch nichts an der Entwicklung mit der wir uns nun einmal arrangieren müssen. In der nächsten Zeckensaison.

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