Die Zehenodyssee

Heute haben wir mal wieder eine Geschichte aus Buddys Krankenakte zu erzählen. Nicht nur an der Zweibeinerfront gab es die diagnostische Suche nach der Nadel im Heuhaufen, auch der Zwerg gab uns einige Rätsel auf. Spoiler: Im Gegensatz zu ersterem bleibt die Lösung aus. Aber beginnen wir am Anfang.

Es begann relativ harmlos damit, dass ich beobachtete, wie Buddy vermehrt an einer seiner Vorderpfoten herumschleckte, ja, manchmal sogar regelrecht darauf herumkaute. Als ich mir das Ganze anschaute, konnte ich nicht viel feststellen, abgesehen von einer Menge Sabber *hust*, nassem Fell und einer mittlerweile ordentlich geröteten, leicht geschwollenen Stelle zwischen den Zehen. Erstmal dachte ich daran, dass er vielleicht in eine Dornen getreten, durch Brennesseln gelatscht oder von einem Insekt gestochen worden sein könnte. Einen Fremdkörper konnte ich aber nicht finden, also beließ ich es beim gründlichen Abspülen der Pfote mit lauwarmem Wasser. Nach kurzer Besserung ging das Geschlecke aber wieder los. Selbst in der Nacht fand Buddy keine Ruhe – und wir Zweibeiner so ebenso wenig *räusper* Einige Tage hielten wir an der Methode klar abwaschen, desinfizieren und daheim Socke an fest. Doch jedes mal wenn ich die Socke auszog fing Buddy gestresster und hektischer an, an seiner Pfote zu lecken, abgesehen davon, dass auch die Socke regelmäßig nachts kleddernass geschleckt wurde… irgendwas musste also im Argen sein.
Jedes Schlecken führte gefühlt zu einer heftigeren Schwellung und Rötung, zwei Zehen waren schon richtig entzündet. Also machten wir einen Tierarzttermin, auf den wir dank Pandemieschutzmaßnahmen über eine Woche warten mussten.

Entzündung an der Pfote -Pinscher Buddy, Buddy and Me, Hundeblog, Dogblog, Ruhrgebiet, Leben mit Hund, Hundealltag

Die Tierärztin fand eine kleine Pustel am Zeh, passenderweise just an diesem Tag aufgetaucht, die sie aufmachte. Sie erklärte uns, dies könne schon der Bösewicht gewesen sein, z. B. in Form eines Insektenstachels. Zusätzlich bekam Buddy noch eine Kortisonspritze wegen der heftigen Entzündung, dann konnten wir nach Hause. Anfangs war alles wunderbar, dank der Entzündungshemmung war der Leckreiz verschwunden und wir dachten das Thema wäre gegessen. Tja – Pustekuchen.

Und wöchentlich grüßt das Murmeltier

Vier Tage später saßen wir wieder beim Tierarzt. Das Geschlecke war zurück *bäm* – sogar noch schlimmer als vorher. Buddy bekam daraufhin einen Zugsalbeverband, den wir aufgrund der Hitze Ende Juli/Anfang August gerne umgangen hätten. Da das Wochenende anstand konnten wir den Verband nicht wechseln lassen, also verblieben wir so, dass ich ihn nach 24 Stunden selbst abnehmen und anschließend mehrmals täglich Pfotenbäder mit Kernseife machen würde. Mhm, guter Plan.

Vier Tage später waren wir dann wieder in der Praxis. Statt besser wurde es zunehmend schlimmer, so sehr, dass Buddys Pfote eines morgens mehr wie ein deformierter Huf aussah. Neben dem immer weniger werdenden Pfotenfell löste sich nun an zwei Stellen die lederartige Ballenhaut ab. So wirklich wusste nun auch die Tierärztin keinen anderen Ansatz mehr als eine Runde Antibiotika – allein schon um die Entzündung durch das Lecken in den Griff zu bekommen. Auf der einen Seite hatte ich dabei überhaupt kein gutes Gefühl, denn dieses alles-einfach-mal-ausprobieren ist überhaupt nicht nach meinem Geschmack und erinnerte mich übel an die Zeiten der endlosen Magen-Darm-Infekte. Auf der anderen Seite hatte ich auch keine bessere Idee, nachdem alle anderen Methoden gescheitert waren. Fakt war, dass die Entzündung gestoppt werden musste.
Tatsächlich brachten die Antibiotika, deren Fütterung für mich als Allergiker immer ein kleiner Thriller ist *räusper*, eine deutliche Besserung. Zusätzlich machte ich weiter die Pfotenbäder.

Pfotenentzündung - Pinscher Buddy, Buddy and Me, Hundeblog, Dogblog, Ruhrgebiet, Leben mit Hund, Hundealltag

Doch zwei Wochen später saßen wir wieder beim Tierarzt, denn der Leckreiz kam boomerangmäßig zurück. Es tauchten auch wieder Püstelchen auf.

Was lange währt…

Von der Tierärztin gab es als letzte Option – so langsam schien unser Fall öde zu werden – Kortisonspray mit nach Hause, das wir nach Bedarf auftragen sollten, gegebenenfalls mit Socke kombiniert. Mittlerweile dachte ich verzweiflungsbedingt schon über eine psychische Ursache nach, immerhin hatte der Zwerg einiges an Stress von Zweibeinerseite miterlebt und dazu noch die Nachwirkungen des Hundeangriffs zu verarbeiten. Allerdings stand die Frage im Raum, hätte sich ein psychischer oder vielleicht auch allergischer Hintergrund nur auf eine Pfote beschränkt…? Fragwürdig.
Nach einer Woche mit dem Spray stellten wir – unglaublich, aber wahr – einen deutlichen Rückgang des Leckreizes fest. Die Zehen waren nicht mehr pustelig, gerötet oder geschwollen. Außerdem fing das mittlerweile spärlich gewordene Fell an wieder nachzuwachsen *yay* Das Spray brauchten wir immer seltener und irgendwann, ein paar Wochen später – mittlerweile ging es straff auf den Herbst zu – traute ich mich den Gedanken zuzulassen, dass wir den Mist ausgestanden hatten *klopf auf Holz* Nachts bekam Buddy aber sicherheitshalber noch ein, zwei Monate die Socke an den Fuß. Schließlich wollten wir nichts riskieren.

Woran es nun lag, was der Auslöser war, was überhaupt Ursache und was Wirkung war, das wissen wir bis heute nicht. Vor etwa zweieinhalb Monaten schleckte Buddy auffällig an einer seiner Hinterpfoten, an der eine Pustel zu sehen war und sich ein Teil der ledrigen Ballenhaut ablöste. Einen dejavuartigen Schreckmoment, zwei Pfotenwäschen und einige Gedankeneskalationen später war aber zum Glück nicht mehr passiert. Und ich hoffe doch sehr, dass diese Sache nun kein saisonales oder sonstiges Comeback-Dauerthema wird.

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