Durch die glitzernde Ohligser Heide

Was wäre unser Blog ohne all die reich bebilderten Berichte über Gassitouren, Entdeckungsrunden und Outdoorerlebnisse? Genau, eine unrunde Sache! Und deshalb wird es höchste Zeit, dass wir euch wieder mit Draußengeschichten und vielleicht sogar dem ein oder anderen Gassitipp versorgen. Immerhin haben wir seit letztem Jahr einiges angesammelt, was erzählt werden möchte *zwinker*

Eine kleine Weile habe ich gegrübelt, wie man den Sack an Tourstories und Fotos am besten abarbeitet. Normalerweise bin ich ja absolut Team Chronologisch, aber jetzt im Frühjahr mit Sommerhitze am See oder buntem Herbstlaub zu starten, käme mir auch etwas seltsam vor *räusper* Daher gibt’s erstmal ein bisschen Winterflair, solange der noch nicht ganz vergessen ist und die Temperaturen noch nicht alltäglich den Sommer verkünden *zwinker*

Die Ohligser Heide

Den ersten Frost des vergangenen Winters gab es bei uns Ende November. In den vorherigen Monaten waren wir wieder regelmäßig wochenends auf Entdeckungstour rund um die Heimat gewesen, an diesem Sonntag sollte für uns temperatur- und witterungsbedingt so langsam die Wander- und Ausflugssaison zuende gehen. Deshalb entschieden wir uns für ein Ziel, dass bestimmt schon eineinhalb Jahre in der Merkliste meiner Wanderapp schlummerte: die Ohligser Heide bei Solingen. Zugegeben, in den letzten Jahren sind wir immer abgeneigter geworden, was weite Anfahrtswege angeht und haben eher Ziele in nächster Nähe bevorzugt, maximal dreißig Minuten Fahrt, besser weniger. Die Ohligser Heide liegt da leicht außerhalb dieses Radius. Als wir an diesem Sonntagmorgen nach einer knapp dreiviertelstündigen Fahrt, inklusive einigem Gegurke *hust*, das Pinschermobil auf dem offiziellen Wanderparkplatz abstellten, waren wir – oh Wunder in diesem outdoortrendigen Coronajahr – bei weitem nicht die ersten vor Ort. Davon ließen wir uns aber erstmal nicht abschrecken und hofften, dass sich die Masse der Gemütlichen und Sportiven nach einigen Metern entzerren würde.

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Gleich am Parkplatz fanden wir eine schön gepflegte Übersichtskarte mit unterschiedlichen, ausgewiesenen Rundwegen. Wir entschieden uns flott wie angedacht für den A1, den wir, sofern mich meine Erinnerung nicht trügt *hüstel*, auch weitestgehend einhalten sollten. Da es sich bei der Ohligser Heide um ein Naturschutzgebiet handelt, kam der Zwerg natürlich an die Leine. Los ging’s und nach ein paar ersten Metern durch waldige Vegetation lichtete sich die Landschaft recht plötzlich zu einer weiten Heidefläche, die zwar relativ baumlos, aber bei weitem nicht so karg wie die Westruper Heide war. Farn und dichte Gräser bedeckten die Flächen links und rechts des Weges, dank des ersten Frostes wunderbar pittoresk glitzernd. Nur rund fünfhundert Meter vom Parkplatz entfernt wartete dann auch schon der erste Blickfang auf uns, das “hölzerne Sofa”, eine Gedenk-Bank. An einem lauen Tag ganz bestimmt ein perfekter Pausenplatz, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt aber nur was für die Augen – und ein Foto mit Zwerg *zwinker* Apropos Zwerg, neben der Sitzgelegenheit gab es für den auf dem ersten Teil der Runde schon eine Menge zu schnüffeln, um nicht zu sagen, dass sein Verhalten schon leicht gestresste Tendenzen aufwies *räusper* In der Regel ein untrügliches Zeichen für eine viel frequentierte Gassistrecke. Glücklicherweise hält dieses unter-Strom-stehen bei Buddy mittlerweile meist nur noch auf den ersten Metern an – man Hund ist ja schließlich kein wilder Heranwachsender mehr *zwinker*

Weiter ging’s den gut ausgewiesenen Weg entlang, wir trafen auf weitere kleine Highlights, wie Biotope, eines sogar auf einem Steg erkundbar, ein Freibad mitten in der Natur und einen Teich samt Vogelbeobachtungshütte. Allesamt mit Infotafeln ausgestattet und definitiv gut in Szene gesetzt. Hier entschlossen wir uns einen Schlenker zu machen um später wieder auf den ausgewiesenen Weg zu treffen, um den voller werdenden Wegen zu entfliehen – genau die richtige Entscheidung. Zurück auf unserer geplanten Runde wurde es dann direkt wieder trubeliger, dafür warteten weitere sehenswerte Landschaftliche Wechsel von karger Heide, zu waldigeren Zonen zu altem Buchenwald, ebenso wie eine Allee mit Mammutbäumen und tolle Stegbauten und kleine Brücken. Mittlerweile ließ sich sogar die Sonne an manchen Stellen durch die Wolkendecke blicken, ohne die wunderhübschen Frostkunstwerke zu zerstören.

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Den letzten Teil der Runde absolvierten wir dann trotz Sonne, Frost und schicken Stegen deutlich zügiger, denn es zog uns zurück zum Pinschermobil. Das Maß an anderen Outdoorfreunden war für unseren Geschmack weit überschritten, neben düsenden Fahrrädern tauchten auch immer mehr Hunde im Freilauf auf – Naturschutzgebiet hin oder her *hust* Und so hüpften wir nach einer Stunde und viereinhalb Kilometern ab ins Auto und machten uns ein bisschen angefroren auf den Heimweg *brrr*

Fazit

So, Butter bei die Fische, hat sich die Fahrt zur Heide gelohnt? Auch wenn ich durch diesen Vergleich beim Stichwort Heide insgeheim – vielleicht fälschlich – immer ein bisschen was anderes erwarte, fand ich die Ohligser Heide doch sehr spazier- und erkundungswert. Die Wege sind super in Schuss, die Infotafeln top und die Beschilderungen (soweit wir gesehen haben) lückenlos. Allerdings war es mir dort entschieden zu voll für eine rundum gelungene Gassitour. Andauernd ausweichen, Ausschau halten und Slalom gehen sind für Buddy und für mich einfach anstrengend. Vor allem wenn ich mir überlege, dass wir an einem überwiegend grauen, eisigen Tag weit außerhalb der gängigen Hauptsaison zwischen Frühjahr und Heideblüte dort waren. Wer sich daran aber nicht stört, der könnte an dieser kleinen Sonntagstour durchaus zu jeder Jahreszeit gefallen finden.
Mein persönliches Fazit lautet also: schön dieses Ziel auf meiner Liste endlich einmal gesehen zu haben – einen weiteren Besuch wird es aber voraussichtlich in nächster Zeit nicht geben.

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