Notfallpläne – Bereit für alle Fälle

[Werbung] Safety First. – Eine Aussage, die ich immer wieder gerne von mir gebe. Und tatsächlich bin ich ja nun mal jemand, der gerne alles im Griff hat und auf Nummer sicher geht, der Kalkulierbares liebt, Überraschungen umso weniger, und der immer einen Plan für alles und jeden hat. Ich weiß, dass bei weitem nicht jeder so veranlagt ist und das ist sicherlich auch gut so *zwinker*. Nichtsdestotrotz gibt es Situationen, in denen es für jeden sehr wertvoll sein kann, einen Notfallplan parat zu haben. Welche das im Zusammenleben mit Hund für uns sind und wie man ruckzuck so einen Plan aufstellen kann, das verraten wir euch heute in Zusammenarbeit mit AGILA.

In den siebeneinhalb gemeinsamen Jahren haben wir so einiges erlebt und durchgestanden, auf das wir gerne verzichtet hätten *räusper* – von hartnäckigen Erkrankungen über akute gesundheitliche Notfälle bis hin zu unplanmäßigen Veränderungen und Richtungswechseln im Leben. Was ich daraus gelernt habe? Erstens, dass das Leben letztlich unbeirrbar seinem Lauf folgt, sich alles jederzeit um 180 Grad wenden und die eigene Welt mir nichts, dir nichts auf den Kopf gestellt werden kann. Zweitens, dass es in heiklen Situationen von unschätzbarem Wert sein kann, einen Notfallplan zu haben.

Von essentiell bis individuell

Selbstverständlich sind Notfallpläne und der gute, alte Plan B eine sehr individuelle Sache. Denn jeder hat in seinem Leben andere Umstände und Voraussetzungen, welche zum einen Rahmenbedingungen in unvorhersehbaren Situationen bestimmen, zum anderen die Situationen selbst überhaupt schaffen. Lebt man beispielsweise allein mit seinem Hund und kommt in eine Lage, in der man vorübergehend nicht selbst für die Fellnase sorgen kann, muss man ganz andere Vorkehrungen bedenken, als jemand, der in einer Partnerschaft oder Familie lebt. Hat man einen Hund mit Vorerkrankungen oder übt mit ihm Aktivitäten mit erhöhtem Verletzungspotential aus, muss man ganz andere mögliche Risiken in Erwägung ziehen als jemand, der einen kerngesunden, gemütlichen Vierbeiner an seiner Seite hat. Dennoch gibt es sicherlich unabhängig von den Lebensumständen einige essentielle Schnittstellen.

Wer, wie, was Notfallplan?

Wie schaut so ein Notfallplan bei uns überhaupt aus und wie stellt man ihn auf? Ich kann natürlich nur für uns sprechen. Um einen Plan für alle Fälle zu entwickeln, habe ich meist bereits erlebte Situationen Revue passieren lassen und mir dabei überlegt, was den Ablauf effizienter und stressfreier gemacht hätte. Möchte man für Eventualitäten vorsorgen, die man für möglich hält, aber *toitoitoi* noch nicht erleben musste, hilft es mir immer, wenn ich mir das entsprechende Szenario gedanklich ausmale. Klar, es gibt bei bei weitem schönere Beschäftigungen, als an seine traumatischsten Erlebnisse, mögliche Pannen und Unglücke zu denken *räusper*. Aber man sollte im Hinterkopf behalten, dass man so wertvolle Vorarbeit leistet, die einem im Ernstfall mehr ersparen kann, als es einen in der Planung kostet.

Notfallpläne - Pinscher Buddy liegt mit seinem Profil im Hintergrund eines ausgedruckten Notfallplans

Was so ein Notfallplan letztlich genau enthält, ob man ihn im Kopf gespeichert hat oder schriftlich festhält, dass bleibt jedem selbst überlassen. Bei uns schaut es so aus, dass die unterschiedlichen Schlachtpläne vor allem recherchierte und abgespeicherte Kontakte und Adressen, Checklisten und Merkhilfen beinhalten. Manchmal können es aber auch handfeste Vorkehrungen sein, wie ein Erste Hilfe Set, das man griffbereit dabei hat, hinterlegte Instruktionen für andere oder ganz simpel Ersatzzubehör, welches man in doppelter Ausführung mit in den Urlaub nimmt.

Beispiel gefällig?

Wir haben schon öfter die Situation erlebt, dass sich Buddys Gesundheitszustand innerhalb weniger Stunden nachts oder am Wochenende von topfit zu ernsthaft krank verschlechtert hat. Oder aber, dass der Zwerg beim Spaziergang aus heiterem Himmel übel verletzt wurde. Neben einer Hausapotheke, einem Erste Hilfe Set und dem stets griffbereiten Kontakt zur nächstgelegenen Tierklinik, kann es in solchen Momenten auch sehr hilfreich sein, sich vorab zu überlegen, was ernsthafte Warnsignale sind und wo die persönlichen Grenzen liegen. Sprich, ab wann man beispielsweise eine nächtliche Fahrt zur Klinik für angebracht hält. Wir haben diese Augenblicke nämlich erlebt, in denen es schwer zu beurteilen war, wie viel man Buddy zumuten kann und wie ernst die Lage wirklich ist. Eine unglaublich schwierige und emotional belastende Abwägung unter Stress.

Kommen wir nun zu vier typischen Situationen, vom ernsten Notfall bis hin zu Unannehmlichkeiten, bei denen sich ein Plan für alle Fälle lohnen kann.

Der akute, medizinische Notfall

Eine der, unserer Erfahrung nach, allerwichtigsten Notfallsituationen, ist sicherlich die medizinische. Warum? Weil hier auf der einen Seite jede Minute zählen kann. Auf der anderen bringen Unfälle, Verletzungen und plötzliche Krankheiten häufig extremen Stress mit sich. Man kann vielleicht nicht klar denken, ist nervös, hat Angst und man will sich vor allem um den Vierbeiner kümmern, statt hektisch im Handy nach Hilfe zu recherchieren oder verzweifelt die Taschen nach Wundversorgung zu durchwühlen.

Einige wichtige Fragen, die man sich hier stellen könnte:

  • Woran erkenne ich eine Notsituation? Wie schauen Warnsignale aus?
  • Wie weit ist unser Tierarzt entfernt? Wann hat er geöffnet? Ist er auch außerhalb der Sprechzeiten in Notfällen erreichbar?
  • Wo liegt die nächste Tierklinik? Hat die rund um die Uhr geöffnet? Wie läuft das Prozedere dort ab, muss man sich telefonisch voranmelden, usw.?
  • Wie läuft jeweils die Bezahlung bei Notfallbehandlungen? (Bargeld, Karte, Rechnung oder ggf. Direktabrechnung einer Krankenversicherung?)
  • Kann bzw. möchte ich einen Tierarzt telefonisch oder per Videochat zurate ziehen?
    (Finde ich vor allem außerhalb der Sprechzeiten oder im Urlaub interessant. AGILA bietet hier z. B. für Versichterte bestimmter Tarife ein Notdienst-Telefon und eine Videosprechstunde mit FirstVet an.)
  • Wie gelange ich von Daheim, der Gassistrecke, usw. am schnellsten zum Tierarzt? Gibt es bei uns evtl. einen Tierrettungsdienst? (Vor allem wenn man ohne Auto unterwegs sein sollte)
  • Kann ich meinem Hund im Notfall Erste Hilfe leisten? Möchte ich vielleicht einen Kurs dazu belegen?
  • Möchte ich auf Gassitouren ein individuelles Erste Hilfe Set dabei haben? Wenn ja, was darf nicht fehlen?
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Ungeplante Kosten

Finanzielle Sicherheiten rund um den Vierbeiner haben wir auch schon an anderen Stellen angesprochen, insbesondere im Zusammenhang mit der medizinischen Versorgung. Zwar geht es hier meist nicht um Leben, Leiden oder Schlimmeres und auch nicht um Minutenzeiträume, dennoch ist es beruhigend zu wissen, dass man weiß, was zu tun ist, wenn die Fellnase zum Zerstörer wird *hüstel* oder eine hohe Tierarztrechnung droht.

Hier einige Fragen zum Nachdenken:

  • Habe ich auch für ungeplante Ausgaben genug finanziellen Spielraum, wie medizinische Behandlungen und Medikamente, zu ersetzende Alltagsgegenstände oder ungeplante Neuanschaffungen, notwendige Ernährungsumstellungen oder Langzeittherapien…?
  • Habe ich an ein Sparschwein, Sparkonto o.ä. für hündische Notfälle gedacht?
  • Wer unterstützt uns oder hilft uns aus, wenn es hart auf hart kommt?
  • Haben wir vielleicht Haftpflicht-, Kranken- oder OP-Versicherungen? Und wann springen diese ein?
    (Falls ihr euch für das Thema interessiert, hier findet ihr z.B. Informationen über Kranken- und OP-Versicherung bei AGILA.)

Pech und Pannen im Urlaub

Zugegeben, bei Urlaub denke selbst ich nicht in erster Linie an Katastrophen *zwinker*, dennoch sollte man vielleicht gerade deshalb ein paar Überlegungen vorab anstellen. Immerhin will man seine Auszeit ja auch unbeschwert genießen können. Grundsätzlich können nämlich auch am persönlichen Lieblingsplätzchen auf Zeit die gleichen Dinge schief gehen, wie daheim. Nur, dass fern von der Heimat einiges komplizierter sein könnte, vor allem falls man im Ausland unterwegs ist.

Also auch hier ein paar Fragen zum Denkanstoß:

  • Wo ist vor Ort der nächste Tierarzt oder die nächste -klinik? Wie ist das Prozedere dort?
  • Haben wir bei Erste Hilfe Set, Reiseapotheke usw. nicht nur Zwei- sondern auch Vierbeiner bedacht?
  • Gibt es im Uraubsort einen Tierbedarfsladen? Bekomme ich dort Dinge wie das gewohnte Futter oder Zubehör, falls man etwas vergisst, etwas kaputt geht o.ä.?
  • Falls nicht, kann ich mir dorthin kurzfristig etwas liefern lassen?
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Zweibeinerausfall

Der letzte Plan für den Notfall, den ich nicht unwichtig finde, ist für den Fall der Fälle, dass man seinen gewohnten Herrchen- oder Frauchenpflichten vorübergehend nicht nachgehen kann. Sei es eine akute Verletzung, die die täglichen Gassirunden verhindert, oder gar ein ungeplanter, plötzlicher Krankenhausaufenthalt, der eine Komplettbetreuung der Fellnase nötig macht. In derartigen Situationen kann ein ausgearbeiteter Schlachtplan sehr viel Druck und Stress von einem selbst, den Menschen um einen herum und natürlich auch dem Vierbeiner nehmen.

Dinge, über die man hier nachdenken sollte, sind zum Beispiel

  • Wenn ich vorübergehend nicht mobil oder sehr krank bin, wer geht dann die täglichen Runden mit dem Hund? Oder kann man vielleicht teilweise temporär auf den eigenen Garten ausweichen?
  • Wenn ich plötzlich einige Tage fort muss (Krankenhausaufenthalt, usw.), wer kümmert sich um den Vierbeiner?
    • Kann sich jemand im eigenen Zuhause kümmern oder wird er solange woanders aufgenommen? Im Falle von zweiterem, welches Futter, Zubehör, usw. muss auf jeden Fall mitgenommen werden?
    • Weiß die Person über Fütterung, alltägliche Abläufe und ggf. gesundheitliches Bescheid oder sollte man lieber schriftliche Informationen hinterlegen?
    • Sind mehrere Personen involviert, wissen sie über die Aufgabenverteilung Bescheid oder organisieren sie sich selbst untereinander?
  • Und, ganz wichtig: ist dieser Notfallplan mit dem bzw. den anderen Zweibeinern abgestimmt, so dass sie von ihrer Verantwortung wissen und damit auch einverstanden sind?

Wenig Aufwand – große Wirkung

Sicherlich gibt es neben diesen vier Themenbereichen noch viele, viele andere mögliche, kleine und große Notfallpläne, die man schnell und einfach aufstellen kann. Der Bedarf ist genauso individuell wie all die Zweibeiner, Vierbeiner und Mensch-Hund-Teams selbst. Aus reichlich persönlicher Erfahrung kann ich berichten, dass uns diese simplen Vorkehrungen schon unglaublich viel wertvolle Zeit, sowie Energie und Nerven gespart haben. Ich für meinen Teil finde, es ist ein unschlagbar beruhigendes Gefühl zu wissen, dass für all diese Fälle vorgesorgt und vorausgeplant ist.
Und sollte man niemals einen dieser sorgfältig aufgestellten Pläne brauchen – umso besser! *zwinker*

Pinscher Buddy von Oben - Buddy schaut in die Kamera nach oben, sitzend mit einer Vorderpfote angehoben

INFOBOX
Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit und mit freundlicher Unterstützung von AGILA. An dieser Stelle ein großes Dankeschön für den immerzu offenen, inspirierenden und gut gelaunten Austausch!
Alle Erfahrungen, Erlebnisse und Meinungen sind und bleiben allein meine eigenen.
(…und gelegentlich die vom Zwerg ;-))

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