Routinen und Rituale im Alltag

[Werbung] Der Alltag von uns allen ist geprägt von unzähligen Routinen und sicherlich dem ein oder anderen Ritual. Buddy und ich sind unsererseits wahre Meister – manch einer könnte Monks sagen *zwinker* – wenn es um unsere standardisierten Abläufe geht. Aber warum sind sie für uns so wichtig, wie und warum sind sie entstanden und was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Routine und einem Ritual? In Zusammenarbeit mit AGILA wollen wir uns diese Fragen einmal etwas genauer anschauen.

Jeder von uns hat seine Routinen, auch wenn sie einem gar nicht immer so bewusst sind. Schon nach dem Aufwachen – oder besser gesagt gerade dann, wenn der Kopf erst so richtig warmlaufen muss – fangen wir an, unser tagtägliches Programm abzuspulen. Aufstehen, Bademantel überstreifen, Schlafzimmerfenster schließen, ins Bad gehen, die Rollos hoch machen, Wohnzimmerfenster öffnen, Kaffee aufsetzten, die Nachrichten lesen … Ja, selbst das Kaffeekochen an sich ist schon eine eigene Routine. Wenn ihr einmal bewusst auf euren Start in den Tag schaut, dann werdet auch ihr sicher solche nahezu identischen, immer wiederkehrenden Abläufe bemerken. Und unsere Routinen erfüllen in der Regel auch einen wichtigen Zweck, so sparen diese automatischen Programme oftmals einiges an Zeit und Kopfarbeit. Außerdem bieten sie gerade unruhigen, stressanfälligen Charakteren Stabilität, Vorausschaubarkeit und Sicherheit. Problematisch wird es meist erst dann, wenn man unbewusst Muster etabliert, die einem eher Nachteile statt Vorteile bringen, gerade wenn es um Laster oder Zeitfresser geht. Denn feste Routinen wieder loszuwerden, das ist gar nicht immer so einfach wie man denken mag.

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Routine oder Ritual?

Bevor wir euch mehr von unseren alltäglichen Routinen und Ritualen berichten, wollen wir erst einmal schauen, wo denn überhaupt der Unterschied zwischen den beiden liegt.

„Als Routine bezeichnet man in der Pädagogik und in der Psychologie eine Handlungsabfolge, die durch vielfältige Wiederholung zur Gewohnheit geworden ist. Wenn ein Mensch öfter mit vergleichbaren Situationen konfrontiert wird, können diese nach der Internalisierung oder Habitualisierung der zur Problemlösung notwendigen Handlungsabfolgen schneller und erfolgreicher bewältigt werden, wobei hinzukommt, dass Menschen durch Routinen eine größere Handlungssicherheit erreichen.“ (Stangl, 2020)

„Ein Ritual ist eine nach vorgegebenen Regeln ablaufende, meist formelle und oft feierlich-festliche Handlung mit Symbolgehalt, und wird häufig von bestimmten Wortformeln und festgelegten Gesten begleitet. Ein Ritual kann religiöser oder weltlicher Art sein wie ein Gottesdienst, eine Begrüßung, eine Hochzeit oder eine Aufnahmefeier.“ (Stangl, 2020)

Routinen wie auch Rituale sind also Muster, die jederzeit wiederholbar sind und auch nur durch diese Wiederholungen existieren. Gemein haben beide, dass sie durch ihre klare Struktur im Ablauf eine Vereinfachung der Handlung für uns darstellen, denn die einzelnen Schritte müssen nicht jedes Mal erneut durchdacht und abgewägt werden. So entsteht auch der Effekt, dass uns Routinen und Rituale im Alltag Sicherheit auf der einen Seite sowie Zeitersparnis und Entlastung auf der anderen bieten.
Der wesentliche Unterschied zwischen einer Routine und einem Ritual ist – vereinfacht gesagt – vor allem der Symbolcharakter der Handlung. Strenggenommen findet man das Ritual in der Literatur in erster Linie in Verbindung mit kulturellen Gruppenaktionen. Aber auch unsere Alltagsrituale können eine Symbolhandlung sein – ganz für uns allein oder auch gemeinsam mit unserem Hund.

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Wenn man sich mit dem in den letzten Jahren immer populäreren Thema der Routinen und Rituale beschäftigt, kann man gerade im Zusammenhang mit dem Achtsamkeitsbegriff schnell den Eindruck gewinnen, dass Rituale höherwertig seien als Routinen. Ich persönlich denke, dass dem grundsätzlich nicht so ist, denn jedes für sich hat seine berechtigte Aufgabe. Ohne Routinen, die wir schon ab der frühen Kindheit erlernen, würden wir vermutlich nur sehr schwer durch den Alltag kommen – stellt euch einmal vor, ihr müsstet über jeden einzelnen Schritt beim Zähneputzen, Schuhe zubinden, Kaffeekochen oder Essen zubereiten nachdenken. Wir hätten kaum noch Kapazitäten übrig, uns Gedanken über wichtigere Dinge zu machen *zwinker*
Während also unsere Routinen als notwendige, oftmals unbewusste Alltagshelfer gesehen werden können, sind Rituale in meinen Augen vor allem die bewusst ausgeführten Unterstützer für unser Wohlbefinden. Rituale werden meistens genossen und ausgekostet, selbst wenn sie nur klein und fein sind, wie eine gute Tasse Tee, die man sich in Ruhe zubereitet und ganz bewusst genießt, oder auch das allmorgendliche Kuscheln mit der Fellnase nach dem Aufstehen.

Routinen und Rituale im Hause Zwerg

Mit den Jahren haben sich in unserem Hund-Mensch-Alltag immer mehr gemeinsame Routinen und Rituale entwickelt. Viele haben einen rein praktischen Charakter, wie das Anziehen vor dem Spaziergang oder die Fütterung. Neben diesen Alltagshelfern haben wir aber auch eine Menge Rituale gesammelt, die für Buddy und mich sowie unsere Bindung gleichermaßen wichtig sind. Und nicht selten fällt mir die klare Linie zwischen Ritual und Routine auch ziemlich schwer, denn viele unserer auf den ersten Blick rein praktischen Routinen haben für mich und auch Buddy einen großen Wohlfühlstellenwert.

Kleine Rituale vom Aufwachen bis zum Schlafen gehen

Wir beginnen unseren Tag meistens auf der Couch, während der Zwerg dort noch eine Runde unter der Decke schnarcht, trinke ich meinen Kaffee, lese die Nachrichten, checke Emails & Co und gehe gedanklich schon mal den Tagesplan durch. Eine Sammlung von liebgewonnenen Routinen. Wie ein Uhrwerk wird der Zwerg dann wach und unser erstes Ritual beginnt: Er kommt aus seiner Decke gekrabbelt, ich begrüße ihn verbal, er macht sein morgendliches Hundeyoga und wir kuscheln erstmal eine Runde ausgiebig. Dann wird es Zeit für seinen Frühstückskeks, etwas, dass wir damals mit dem Nachthupferl gemeinsam eingeführt haben, als Buddy unter morgendlicher Übersäuerung litt. Wir gehen also gemeinsam zum Regal, in dem sein Naschkram steht, ich suche ihm seinen Keks raus und lege ihn vor den wedelnden Zwerg. Dann führt er erst einmal sein obligatorisches Freudentänzchen auf und spielt wie eine Katze mit seiner Beute, bis er mir diese nach ein, zwei Minuten stolz wie Oskar vor die Füße spuckt *schmunzel* Ich nehme dann den Keks und halte ihn ihm zum Abbeißen hin. Natürlich könnte ich ihm auch einfach kurz über den Kopf tätscheln, einen Keks geben und ab ins Bad huschen *hust* aber die Art und Weise, wie wir diese Handlung jeden Tag einige Minuten lang zelebrieren, tut uns beiden unheimlich gut, hebt die Laune und bringt einen positiven gemeinsamen Start in den Tag.

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Im weiteren Tagesverlauf gibt es noch viele weitere dieser kleinen, feinen Rituale – manche sind bewusst von uns Zweibeinern eingeführt, andere durch Handlungen vom Zwerg initiiert und liebgewonnen. Kommt einer von uns zur Tür rein, bringt Buddy meistens ein Spielzeug zur Begrüßung mit, schnappt sich dann nach dem ersten Hallo im Austausch einen unserer Schuhe und räumt diesen ins Wohnzimmer, bevor er uns weiter freudestrahlend begrüßt. So als wollte er den Schuh symbolisch mit dem Zweibeiner ins Haus holen. Weggeräumt wird der daher auch erst, wenn das ganze Begrüßungsritual beendet ist und wieder Ruhe einkehrt *zwinker*
Abends, nach der letzten Mini-Pipirunde, ist es zum Brauch geworden, dass sich der Herzmann zum Zwerg auf den Boden legt und ihm ein paar Snacks aus der Hosentasche füttert oder mit ihm sein Möhrchen zerlegt – oder auch beides *hihi* Darauf freut sich Buddy immer so sehr, dass ich manches Mal das Gefühl habe, dass er nur deshalb pünktlich um 21.30 Uhr zum Rausgehen drängelt – nicht etwa wegen einer vollen Blase *lach*
Und so ziehen sich die gemeinsamen Rituale bis zum Schlafengehen, wenn ich dem Zwerg seinen Gute-Nacht-Keks mit ins Bett bringe, wir ihn gemeinsam knuspern etwas kuscheln, ich ihm dann seinen Schlafsack aufhalte, er hinein krabbelt und ich ihm jeden Abend immer gleich sage „Gute Nacht, träum schön“.

Routinen gegen Stress und Unruhe

Aber wie ich schon eingangs erwähnte, sind auch die weniger symbolträchtigen Routinen in unserem Alltag für Buddy und mich ziemlich wichtig um entspannt durch den Tag zu gehen, selbst wenn es eigentlich nur praktische Abläufe sind. So haben wir beispielsweise ziemlich feste Gassizeiten und gleichbleibende Abläufe vor und nach den Spaziergängen. Wenn wir unter der Woche von der Morgenrunde kommen und Buddy seinen Napf hatte, schmeiße ich für gewöhnlich den PC an und richte mich an meinem Arbeitsplatz ein. Bis zur Mittagszeit höre und sehe ich dann nix mehr vom Zwerg, denn für ihn ist das immer das Startsignal zum ausgiebigen Vormittagsnickerchen. Unterbrochen wird das höchstens zur Kontrolle meines Mittagessens *zwinker* und dann schläft Buddy meistens bis zum späten Nachmittag. Diese Routine ist für uns beide unglaublich wichtig und auch wertvoll, denn dem Zwerg fiel es lange Zeit wahnsinnig schwer richtig abzuschalten, nicht bei jeder Bewegung von mir nach dem Motto „Könnte ja was Spannendes passieren“ aufzuspringen und mich auch nicht bei jedem Gang in die Küche oder ins Bad zu verfolgen. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass das auch die Zweibeiner-Stress-Skala ganz schön ausreizt und einiges an Nerven gekostet hat.

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Kurzum kann man sagen, dass die Routinen in unserem Alltag Buddy sichtlich helfen, mein Verhalten vorhersehbar zu machen und so wesentlich besser zu entspannen. Das wiederum bedeutet für mich natürlich deutlich weniger Stress und Frust, als ein Hund, der permanent unnötig auf Abruf steht und immerzu gespannt ist wie ein Flitzebogen. Auch wenn unsere peniblen Abläufe von außen für manch einen überzogen ausschauen mögen – und ich weiß dass es so ist *lach* – funktionieren sie für Buddy und mich absolut perfekt.

Unerwünschte Routinen und Nebenwirkungen

Und dann gibt es neben all den Routinen und Ritualen, die uns das Leben erleichtern und positive Energie in den Tag bringen *yay* jene, die vielleicht doch eher weniger erwünscht sind. Denn genauso leicht, wie wir uns und unsere Fellnasen an die guten Abläufe gewöhnen, können sich auch unbemerkt fiese, kleine Marotten einschleichen. Das geht uns Zweibeinern im Übrigen ja auch nicht anders. Diese doofen Angewohnheiten werden leider genauso tief in unseren Verhaltensweisen verankert, wie die Alltagshelfer. Bestes Beispiel ist Buddy’s Verbellen von Postboten und Kellnern. Das anfängliche leise welpische Wuffen wurde von Zweibeinerseite, vor allem dem Gegenüber, noch als unheimlich goldig empfunden, die Regelmäßigkeit der Ankündigung von uns dann als doch ganz okay ignoriert und *schwupps* ehe man sich versieht, hat man einen Zwerg, der draußen am liebsten jeden Briefträger vom Rad holen oder den Kellner samt servierter Mahlzeit fressen will. Klassisch eingeschlichen und zu einem großen Teil hausgemacht, hat man nun ein bombenfestes Verhaltensmuster, dass nur noch schwierig abzuschaffen ist.

Genauso können einem aber auch positive Routinen zu Stolperfallen werden, wenn es aus irgendwelchen Gründen nicht möglich ist, ihnen nachzukommen. Bei uns ist das lange Zeit der Urlaub gewesen, wenn die alltäglichen, stabilisierenden Abläufe von daheim wegfallen und plötzlich für ein, zwei Wochen alles anders läuft. Bei Buddy führte das gerade in jüngeren Jahren schnell dazu, dass er überhaupt nicht mehr zur Ruhe kam und nach drei Tagen Urlaub eine gruselige Mischung von Übermüdung und Gereiztheit an den Tag legte.

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Also entwickelten wir auch im Urlaub – ob in der Ferienwohnung oder auf dem Campingplatz – neue, eigene Routinen und ein paar schöne Rituale, weniger straff als daheim und doch sehr hilfreich für Buddy. Und ich glaube, dass dies auch ein guter Ansatz für unsere Marottenprobleme sein könnte, auch wenn wir da definitiv noch in der Experimentierphase sind. Eine unerwünschte Routine durch eine neue, vielleicht sogar ein tolles Ritual, zu ersetzten, ist nämlich um vieles einfacher als reines Abgewöhnen – Überschreiben statt Löschen sozusagen *zwinker*

Von Alltagshelfern bis Wohlfühltricks

Routinen und Rituale können nicht nur für uns Zweibeiner, sondern ebenso für unsere Vierbeiner und nicht zuletzt die gemeinsame Mensch-Hund-Beziehung wertvolle Begleiter sein. Vieles in unserem Alltag und Zusammenleben passiert automatisiert und unbewusst, anderes wird aktiv von uns eingeführt und zelebriert. Während Routinen uns und unseren Fellnasen von einfachen Handlungen bis hin zu strukturellen Tagesabläufen Denkarbeit abnehmen und Sicherheit bieten, schaffen wir mit Ritualen bewusste, positive und gemeinsame Momente, die uns täglich Kraft geben und die Bindung festigen.
Das schönste daran ist, dass sie absolut individuell und sehr frei gestaltbar sind, so kann sich jeder genau die Routinen und Rituale für sich und seinen Hund schaffen, die perfekt passen. Und wenn sich dann doch mal etwas nicht ganz so perfektes einschleicht – na, erstmal blöd gelaufen, aber dann müssen wir eben die Ärmel hochkrempeln und etwas Neues daraus machen.


DIE INFOBOX FÜR EUCH
*KOOPERATION | BEZAHLTE WERBUNG Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit AGILA. Dafür habe ich eine finanzielle Vergütung erhalten, die uns und unseren Blog unterstützt. Meine Meinung bleibt meine eigene. 

Verwendete Literatur:
Stangl, W. (2020). Stichwort: ‘Ritual’. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
https://lexikon.stangl.eu/18053/ritual/ (2020-02-27)
Stangl, W. (2020). Stichwort: ‘Routine’. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
https://lexikon.stangl.eu/4486/routine/ (2020-02-27)

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Eine Antwort auf „Routinen und Rituale im Alltag“

  1. Rituale oder auch Routinen, also Dinge, die man wiederholt und so, findest du auch bei uns. Und ja, auch ein bisschen wie Monk 🙂 Es ist erstaunlich, wie sehr Inuki und Skadi sich meinen Routinen angepasst haben und mit ihren ganz eigenen Routinen darauf reagieren und erweitern. Aber zum Glück sind sie sehr flexibel, und wenn das eine oder andere nicht stattfinden kann, passen sie sich einfach an 🙂

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi

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