Alleine bleiben. Nicht.

Ja, das Thema des Alleinbleibens haben wir hier schon öfter aufgegriffen und das obwohl es für uns eigentlich gar kein Thema ist – denn Buddy bleibt in der Regel nicht allein. Und doch gibt es zu dem Thema, das für uns kein Thema ist, immer mal wieder was Neues zu erzählen *zwinker*

Da wir über unsere langjährige Ausgangssituation schon öfter berichtet haben, werde ich jetzt nicht lang und breit das Wie und Warum erörtern, weshalb der Zwerg nicht entspannt alleine bleiben kann.
Nun, wie ich schon öfter bei diversen Gelegenheiten in den letzten Wochen erwähnt habe, war unser letztes Jahr in vielerlei Hinsicht anders als gewohnt, es konnte nicht mehr täglich so wunderbar eingespielt und routiniert laufen und es kam deutlich mehr Unruhe und Spannung in unseren Alltag. Normalerweise ist das Nicht-Alleinbleiben bei uns ja überhaupt kein Problem, denn ich kann Buddy nahezu rund um die Uhr als meinen treuen Sidekick an meiner Seite haben. So muss er höchstens mal für klitzekleine Besorgungen oder ähnliche Erledigungen gleich um die Ecke allein die Wohnung hüten. Für die wenigen Situationen, bei denen ich doch mal länger hundelos außer Haus muss, haben wir ein gut funktionierendes Betreuungssystem mit dem Herzmann und meinen Eltern aufgebaut. Jahrelang lief das wunderbar und ziemlich stressfrei.

Wenn Veränderungen Veränderungen anstoßen

Im letzten Jahr geriet mein schön organisierter Alltag dann doch ziemlich lawinenartig aus dem Tritt, ich saß nicht mehr so regelmäßig am heimischen Schreibtisch, stattdessen hatte ich neben vielen kürzeren Terminen auch öfter welche, die gern mal Stunden um Stunden in Anspruch nahmen. Hinzu kam, dass ich nicht immer überall allein hin konnte, sondern einen Fahrer brauchte – zumindest für eine Strecke.

Da der Herzmann zum Glück relativ flexibel planen kann, haben wir es anfangs so gehandhabt, dass er mich samt Buddy fuhr, ihn mitnahm und mich später wieder in gleicher Konstellation abholte. Das war hin und wieder absolut praktikabel, aber je öfter diese Situation vorkam, umso blöder fand ich das für den Zwerg. Ich entschied mich also immer häufiger dazu, Buddy zumindest für die Fahrerei daheim zu lassen. Immerhin dauerte es meistens nicht allzu lange, bis der Herzmann wieder bei ihm auftauchte. Die Hundekamera offenbarte mir zwar einige Minuten Jammern und Weinen wenn wir die Wohnung verließen, jedoch kehrte immer relativ bald Ruhe ein, die nur durch sporadische, leise Meckerei durchbrochen wurde. Klingt gar nicht übel, oder? Leider sollte es nicht so bleiben *hust*

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In diesem vergangenen Sommer war ich nicht selten übellaunig, gereizt und angespannt. Obendrein war ich gesundheitlich angeschlagen. All das ging an Buddy nicht spurlos vorbei, er wurde unruhiger, anhänglicher und hatte eine deutlich geringere Reizschwelle. Als wäre das nicht schon ungünstig genug, musste ich noch öfter ohne den Zwerg auf Tour gehen.
Und gefühlt von einem Tag auf den anderen klappte unsere Vorgehensweise überhaupt nicht mehr. Buddy blieb nicht mal mehr 5 Minuten allein in der Wohnung, ohne so laut zu Jaulen und zu Bellen, dass man es nicht nur im gesamten Hausflur hörte, sondern bis auf die vielbefahrene Straße draußen *räusper* Und ganz gewiss in jeder Wohnung unserer Nachbarn. Ich probierte alles mögliche aus, Buddy kam in seine Box im Wohnzimmer mit Zimmertür auf oder mit Zimmertür zu. Er kam ohne Box ins Wohnzimmer mit Tür zu oder nur mit Törchen zu. Er kam ins Schlafzimmer. Mit Box, ohne Box. Alles was ich mit so viel Ruhe und Geduld, wie ich nur aufbringen konnte, probierte, scheiterte. Würden wir nun irgendwo einsam in einem modernen, freistehenden Haus wohnen, dann würde ich das lautstarke Jammern aufgrund der Notwendigkeit wirklich einfach aussitzen und schauen, ob Buddy es nach einiger Zeit nicht einfach aufgibt und sich beruhigt. Immerhin passiert ja nichts tragisches und vorher klappte es ja auch besser. Aber in unserer aktuellen Wohnsituation ist das einfach nicht möglich. Wir können keinen Hundelärm-Ärger mit unseren Nachbarn riskieren.

Ein dicker, fetter Wink des Schicksals

Als I-Tüpfelchen obendrauf passierte dann noch etwas, vor dem ich insgeheim schon immer Sorge hatte. Das Haus, in dem wir wohnen, ist schon ein etwas älteres Modell. Und da ich bekanntlich in einigen Lebensbereichen ja eher pessimistisch mit einem Hang zur Schwarzseherei veranlagt bin *hust* sorgte dieser Gedanke schon immer für ein ungutes Bauchgefühl, wenn ich Buddy allein ließ – immerhin liest man andauernd in der Zeitung von Unglücken in alten Gebäuden, bei denen arme Haustiere auf sich allein gestellt sind… und Schlimmeres. Meine Horrorvorstellung.

Nun waren wir an diesem einen Tag gerade aus dem Haus, als ich Buddy mal wieder bis unten auf die Straße lautstark protestieren hörte – und die Leute sich schon umschauten. Zumindest kam es mir so vor. Ich hatte gerade die Tür vom Auto aufgemacht, als mein Bauchgefühl mir sagte, dass ich aufgeben und Buddy holen sollte. Also bin ich im Sauseschritt wieder hoch gehechtet, habe mir den Zwerg geschnappt und ihn mit ins Auto verfrachtet. Unsinnig, aber was soll’s *seufz* Sollte er eben mit dem Herzmann vor Ort warten und vielleicht eine kleine Runde drehen.
Als wir nach meinem Termin heim kamen, schlug mir beim Öffnen der Wohnungstür eine drückende Hitzewelle entgegen. Muffig nach angekokeltem Staub riechend und einem den Atem verschlagend. Vorsichtig schlich ich erstmal allein rein und checkte die Lage. Da war tatsächlich wie von Geisterhand mitten im Juli bei locker fünfundzwanzig Grad Außentemperatur unsere Heizung in jedem Raum angesprungen – und zwar auf voller Stärke. Jeder Heizkörper war so kochend heiß, dass man ihn nicht anfassen konnte. Die Raumtemperatur war unerträglich und das bei geschlossenen Fenstern. Nur ein Gedanke schoss mir durch den Kopf: Gott sei Dank ist Buddy nicht allein in der Wohnung gewesen. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie furchtbar schlimm diese Situation gewesen wäre, wenn nicht sogar richtig gefährlich. Warum das Raumthermostat unserer Heizung in so einen Wahnsinn verfallen war, konnten wir nie klären, zumindest kam sowas nie wieder vor, die Anlage wurde gewartet und überholt und im Sommer wird die Heizung bei uns nun einfach komplett abgeschaltet. Was aber nicht heißt, dass solche ominösen Vorkommnisse nicht mehr möglich wären. Das alles bestätigte mir sozusagen schwarz auf weiß, dass meine erwähnten schwarzseherischen Sorgen nicht ganz unbegründet waren.

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Zurück zum Nicht-Alleinbleiben

Ab diesem Tag haben wir Buddy nicht mehr allein in der Wohnung gelassen, abgesehen von kurzen Gängen zur Mülltonne, zum Briefkasten oder in den Keller. Mittlerweile hat sich unser Leben wieder eingependelt und ist nicht mehr ganz so unruhig wie im letzten Jahr, dennoch würde es immer noch viele Gelegenheiten geben, bei denen Buddy eigentlich wunderbar kurz allein bleiben könnte. Aber ich hätte dabei niemals ein gutes Gefühl. Ob das nun rational auf meinen Erfahrungen zu begründen ist, ein bisschen verrückt oder von beidem etwas – eine Sache, die ich im letzten Jahr gelernt habe, ist, nicht mehr gegen meine innere Stimme anzukämpfen. Wenn sich etwas für mich falsch anfühlt, dann mache ich es auch nicht. Punkt.
Und letztlich funktioniert auch unser neuer, alter Alltag mit mehr Terminen in meinem Kalender mittlerweile dank ein bisschen mehr Organisation ziemlich gut, ohne dass Buddy allein bleibt. Wer weiß, vielleicht bewerte ich die Lage neu, wenn wir mal umziehen. Damit machen wir uns keinen Stress.

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