Ein Jahr Dose auf statt frisch in den Napf

[Werbung, unbeauftragt] Ein ganzes Jahr. So lange ist es her, dass wir aufgehört haben zu Barfen und auf gutes Nassfutter umgestiegen sind. Ein Schritt, der mir nach vier Jahren Rohfütterung wahrlich nicht leicht fiel. Wie es uns seither ergangen ist und ob sich unsere Wünsche erfüllt haben, das wollen wir uns heute mal genauer anschauen.

Der Weg zur Futterumstellung

Als wir etwa vor einem Jahr aufhörten zu Barfen, war das nicht ein groß angelegter Plan nach dem Motto “so, Schluss damit!”, sondern vielmehr ein schleichender Prozess. Wer das Ganze nochmal genau nachlesen möchte, unsere Beweggründe und meine Gedanken dazu erfahren mag, der sollte einfach nochmal in unserem Bye-Bye Barf? -Beitrag vorbeischauen. Jedenfalls entwickelte sich die Entscheidung gegen die Rohfütterung über Wochen und Monate, aus einer Feiertagspause wurde eine vorrübergehende Barfpause und daraus wurde ein Erstmal-eine-Weile-ausprobieren. Und letztlich sind wir nun hier, nach einem Jahr, und ich denke, man kann statt einer Pause doch langsam von einer dauerhaften Umstellung sprechen *zwinker*

Pinscher Buddy, Buddy and Me, Hundeblog, Dogblog, Hundefutter, Ernährung, Zusätze, Homöopathie, Gelenke, Blähungen, Fenchelsamen, Gelenk Set Lila Loves It

Die wichtigsten Punkte bei der Umstellung auf Nassfutter waren zum einen Buddy’s Mäkelfuttern und meine damit verbundene Sorge der Nährstoffunterversorgung, ganz zu schweigen von der permanenten Frustration mehr Futter wegzuwerfen als erfolgreich zu füttern. Auf der anderen Seite hatte der Zwerg in den letzten Jahren ja quasi in einer – mal engeren, mal weiteren – Dauerschleife Magen-Darm Probleme. Es ging um die extreme Infektanfälligkeit, die sich richtig schlimm über ein-eineinhalb Jahre zog und danach trotzdem offensichtlich blieb, die Outputqualität, die zunehmend weicher wurde, und Probleme mit schmerzhaften Blähungen und Übersäuerung. Natürlich war meistens nicht alles auf einmal ein akutes Problem, aber “irgendwas ist ja immer” war schon der Ist-Zustand über Jahre. Da Barf meiner Meinung nach einfach die beste Fütterung für jeden, immer und überhaupt war *räusper* suchten wir überall anders nach den Ursachen, ließen mehrmals nicht gerade günstige Durchfallprofile erstellen, ließen sehr engmaschig Kotproben auf Parasiten untersuchen und ließen den Zwerg immer wieder check-up-mäßig beim Tierarzt auf den Kopf stellen. Ohne Erfolg.

Lange Rede… Wenn man alle logischen Lösungen eines Problems eliminiert, ist die unlogische obwohl unmöglich unweigerlich richtig – wie ein cleverer, fiktiver Detektiv mal sagte *zwinker* Und so entschieden wir uns auszuprobieren, ob es Buddy ohne das Barfen womöglich besser gehen würde.

Rückschritt oder doch Problemlöser?

Da wir ja schon ziemlich konkrete Probleme hatten, bietet sich eine Art Checkliste an, um zu schauen, was sich seit der Umstellung verändert hat. Hier also die Fragen, die wir in diesem Jahr klären wollten

  • Würde Buddy das Nassfutter von Wildes Land (für das wir uns entschieden hatten) auch langfristig gerne und zuverlässig fressen?
  • Würden die gesundheitlichen Probleme merklich weniger werden, sprich: Würde er seltener unter Infekten leiden? Würden sich Blähungen, Übersäuerung und zu weicher Output reduzieren?
  • Wie würde sich die Umstellung auf andere körperliche Bereiche wie Gewicht und Muskulatur, Fell und Haut, die sauberen Ohren oder die blitzeweißen Zähne auswirken?
Pinscher Buddy, Buddy and Me, Hundeblog, Dogblog, Ernährung, Futter, Hundefutter, gesund, Nassfutter, Barfen, Erfahrungen, Wechsel, Umstellung

Futterakzeptanz und Gewicht

Fangen wir mit dem Guten an: Buddy liebt seine Dosen auch nach einem Jahr noch heiß und innig. In den letzten 12 Monaten ist es vielleicht eine handvoll Male dazu gekommen, dass er seinen Napf nicht bis auf’s letzte Fitzelchen leer gefuttert hat. Für uns also schonmal ein riesen Erfolg. Schnell bemerkten wir aber, dass der Zwerg an Gewicht verlor und zwischendurch immer wieder dünn ausschaute. Während er mit dem Barfen ein gutes Gewicht von 8,3 kg gehalten hat, verringerte sich sein Gewicht dieses Jahr ruckzuck auf 7,5 kg. Für einen so kleinen Hund schon ein ordentlicher Unterschied mit 800 g. Gerade in aktiveren Zeiten wurden zudem schnell mal die Wirbelsäule oder die Rippen deutlich sichtbar. Also versuchten wir mehrmals die Tagesration an Futter zu erhöhen, aber da hatten wir die Rechnung ohne Buddy gemacht, der fast immer eiskalt die Extramenge übrig ließ. Wenn er keinen Hunger mehr hat, frisst er eben nicht. Punkt. *hust* Also versuchten wir an anderen Enden etwas Extra zu füttern, bauten mehr gesunde Kausnacks in unseren Alltag ein, die im Gegensatz zu dem üppigeren Napf auch gut angenommen wurden. So erreichten wir über das Jahr wenigstens, dass er das Gewicht von 7,5 kg zuverlässig hält, was laut unserer Tierärztin bezüglich Muskulatur und Körperbau auch noch okay ist.

Magen-Darm-Trakt

Was die gesundheitlichen Probleme mit dem Magen-Darm-System betrifft, sind wir insgesamt sehr zufrieden. An Buddy’s Output gibt es absolut nichts mehr zu beanstanden, selbst die Menge hat sich durch die Dosenfütterei nicht allzu stark erhöht. Im Sommer hat er einen Magen-Darm-Infekt gehabt, ansonsten keine Durchfälle, kein Erbrechen, keine Übelkeit. Das ist wirklich ein unglaublicher Gewinn für uns. Allerdings hatte er zwei Mal schmerzhafte Verstopfungen, beide im Abstand von wenigen Wochen, die mit Schmerzmitteln behandelt werden mussten. Soweit das nicht weiterhin ein Thema sein wird *toitoitoi* vermuten wir hier aber aufgrund des Timings mittlerweile eher, dass es auf ein Übermaß an trockenen Kauartikeln, als auf die Nassfutterfütterung zurückzuführen ist. Mit schmerzhaftem Blähbauch oder Magensäureerbrechen haben wir seit der Futterumstellung überhaupt keine Probleme mehr.

Pinscher Buddy, Buddy and Me, Hundeblog, Dogblog, Ernährung, Futter, Hundefutter, gesund, Nassfutter, Barfen, Erfahrungen, Wechsel, Umstellung

Allgemeiner Gesundheitszustand

Insgesamt ist Buddy physisch und psychisch super drauf. Während wir letztes Jahr um diese Zeit etwas Probleme mit schmutzigen Ohren hatten, sind die mittlerweile wieder von allein sauber und juckfrei. Die Haut ist ganz normal, ich würde sogar fast sagen, dass er aktuell trotz der Heizungs- und Mantelsaison im Gegensatz zu den letzten Jahren kaum mit Schuppen zu tun hat. Auch wenn ich mir den Zusammenhang hier nicht unbedingt erklären kann – falls es denn überhaupt einen gibt. Beim Fell habe ich manchmal den Eindruck, dass es ein kleines bisschen weniger glänzt, aber dafür ist es gerade im Nackenbereich interessanterweise deutlich dichter und griffiger geworden. Die Zähne sind aktuell ein Thema, über das ich mir etwas Gedanken mache, denn die sind nicht mehr ganz so leuchtend weiß wie zu Barfzeiten. Allerdings habe ich nach wie vor keine Spuren von Zahnstein & Co entdeckt, daher schauen wir uns das Ganze noch eine Weile an und werden dann ggf. das Beisserchenputzen in unseren Alltag integrieren. Ansonsten ist der Zwerg agil und lebensfroh wie eh und je – an der Front hat sich nichts verändert.

Von Barf zu Dose – top oder flop?

So schaut es also aus und ich muss sagen, dass die positiven Veränderungen doch überraschend unbestreitbar sind, auch wenn hier und da natürlich kleine Haken vorkommen. Für mich persönlich war die Umstellung von Rohfütterung auf hochwertiges Nassfutter für’s erste ein großer Erfolg und hat mir viele Zweifel am Abschied vom Barfen genommen – was die Zukunft bringt, wird sich zeigen.
An dieser Stelle möchte ich nochmal betonen, dass ich die Rohfütterung nach wie vor ganz wunderbar finde und dass ich verstehe, warum so viele Hundemenschen sagen, dass für sie nichts anderes in Frage kommen würde. Habe ich selbst auch lange Zeit gesagt. Allerdings finde ich es auch sehr wichtig unsere Geschichte zu erzählen und von unseren Erfahrungen und Problemen zu berichten. Denn gerade in letzter Zeit hypt das Barfen wieder einmal, es gibt viele Neueinsteiger und Rückkehrer – und viele, die alle anderen Fütterungsformen für grundsätzlich schlechter halten. Genau aus diesem Denken heraus habe ich unheimlich lange an der Frischfütterung festgehalten, obwohl immer mehr und mehr dagegen sprach.
Mittlerweile habe ich meine Einstellung zum Barfen in diesem Punkt geändert: Ja, Barfen ist eine tolle Art der Ernährung, wenn man es vernünftig macht. Aber es ist eben nur eine Fütterungsform von verschiedenen gesunden Möglichkeiten. Und ich denke die Entwicklung im letzten Jahr hat uns deutlich gezeigt, dass Barfen vielleicht nicht für jeden Hund zu jedem Zeitpunkt die beste Option ist.

DIE INFOBOX FÜR EUCH
* Werbung, da Orts-/Marken-/ Personennennung – Die Nennung der Orte, Unternehmen oder Personen erfolgt hier von mir ganz ohne Kooperation oder Bezahlung, sondern lediglich aus praktischen Gründen und persönlicher Überzeugung

Teile unseren Beitrag ♥

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.