Schurenbachhalde und Bramme im Nebel

Aller guten Dinge sind drei, sagt man. Und finde ich auch. Deshalb wollen wir heute von der dritten im Bunde unserer Lieblingshalden berichten: der Schurenbachhalde. Denn auch diese Gassitour hatte ihren ganz besonderen Charme.

Vermutlich wird schon jetzt dem ein oder anderen ein gewisser Verdacht auf der Zunge liegen, warum es die Schurenbachhalde auf unsere Favoritenliste schafft – na klar, der Heimvorteil. Neben kaum nennenswerten Hügelchen ist sie nämlich die einzig ernstzuehmende Halde unserer Heimatstadt und war auch eine der ersten, die ich je besucht habe. Damals noch ohne Zwerg. Nun mögen andere in der Nachbarstadt vielleicht sogar näher für uns liegen, ich habe es nie ausgemessen, aber bei Heimatpatriotismus geht es eben nicht immer um Dinge wie die Kilometerzahl, sondern manchmal schlicht und einfach um die Stadtgrenze. *zwinker* Nun ist die Schurenbachhalde aber auch von dieser Voreingenommenheit abgesehen eine Halde, die sich sehen lassen kann. Sie verfügt über viel Baumbestand, angenehm schattige Wege, die rundherum verlaufen und viele Meter Strecke bieten, sowie ein klassisches karges Haldentop mit tiefschwarzem, unwirklichem Plateau und der 15 Meter hohen Bramme als künstlerischen Landmarke. Allerdings gebe ich zu, dass sie aus anderen Gründen vielleicht nicht mehr auf meiner Liste stehen würde, wenn der Heimvorteil nicht wäre. *räusper* Dazu aber später mehr.

Durch den Nebel auf die Halde

Als wir an diesem Morgen an der Schurenbachhalde in Altenessen eintrafen, hüllte sich nicht nur der Himmel in grau. Die gesamte Halde lag in einem dichten Nebel, dessen Feuchtigkeit man richtig auf der Haut spüren konnte. Bei diesem ungemütlichen Februarwetter hofften wir auf wenig andere Mitstreiter auf unserer Runde und wurden auch nicht enttäuscht. Nur wenige lockte es scheinbar zu dieser frühen Stunde am Wochenende vor die Tür. Wir entschieden uns möglichst wenig von der Metalltreppe zu nutzen und uns lieber auf den umlaufenden Wegen nach oben zu arbeiten. Diese verlaufen hier auf mehreren Ebenen in weiten Teilen steigungslos rundherum, sind untereinander aber serpentinentypisch über mehrere kleinere und größere Zwischenwege verbunden.

Pinscher Buddy auf Halde - unterwegs auf den bewaldeten Rundwegen der Schurenbachhalde im Winter

Nun ist die Schurenbachhalde im Vergleich zu Hoheward und Haniel weder die größte noch die höchste, so kamen wir rasch voran und näherten uns trotz des längeren gewählten Weges nach vielleicht 20 Minuten dem Haldendach. Wie auch auf der Halde Haniel überschreitet man hier ebenso recht plötzlich die Baumgrenze und wird auf den letzten Metern nur noch von niederem Buschwerk begleitet. Der Nebel hielt sich wacker und schien eher dichter als lichter zu werden. Von der Chance auf einen Panoramaausblick konnten wir uns also verabschieden. *räusper* Aber das war nicht alles. Der Nebel war derart blickdicht, dass wir vom Rand der Ebene aus nicht mal die Bramme in der Mitte klar sehen konnten. Die Sonne war ebenfalls nur ein unheimlicher und blasser Kreis am Himmel, der mehr nach Mond als Sonne ausschaute. Ein bisschen spooky.

Genießen, aber mit Vorsicht

Vorsichtig machten wir uns auf den Weg zur Bramme. Vorsicht ist hier nämlich leider immer geboten, denn das schwarze Gestein auf dem Boden ist stellenweise stark durchsetzt von Glasscherben in unterschiedlichsten Farben, Größen und Verschleißstufen. Es scheint ein ungebrochen beliebtes Freizeitvergnügen zu sein, seine leeren Flaschen, gern alkoholischer Art, gegen die Bramme zu werfen. *räusper* Einer der Punkte, warum die Schurenbachhalde zwar immer einen Platz auf meiner Liste haben wird, allerdings mit Hund nur mit gewissen Einschränkungen zu genießen ist. Ich werde nie vergessen, wie Buddy die Halde vor Jahren mit einer üblen Schnittwunde zwischen den Zehen verließ, bei der ich bis heute nicht weiß ob sie vom Glas oder der Metalltreppe stammt.

Lange Rede, normalerweise meiden wir das Haldendach hier mittlerweile komplett, doch diesen besonderen Anblick wollten wir uns nicht entgehen lassen. Dass es so schlimm mit dem Glas ist, hatte ich aber ehrlich gesagt nicht mehr auf dem Schirm gehabt, sonst wären wir vermutlich gar nicht erst ganz hinauf gestiegen. *hust* Nun waren wir aber dort, ich behielt den Zwerg nah bei mir während wir die Ebene einmal querten, wir die Bramme aus dem Nebel immer klarer hervortreten und letztlich hinter uns wieder darin verschwinden sahen. Zugegeben, das war schon sehenswert und besonders. Glas hin oder her.

Pinscher Buddy auf der Schurenbachhalde. Bramme für das Ruhrgebiet, Haldendach im Nebel

Auf der anderen Seite machten wir uns dann an den Abstieg und wollten auch diesmal auf die Treppe verzichten. Wir stiegen also wieder hinab in die bewaldeten Seitenhänge, entdeckten auf kleinen Seitenpfaden ganz neue Ecken und trafen bald immer mal wieder vereinzelt auf andere Menschen, insbesondere jüngere Mountainbiker in Grüppchen. Als sich dann auch die Hundebegegnungen zu häufen begannen, entschieden wir uns für die letzten Meter doch für den schnellen Weg über die Treppe, bei der ich Buddy seit seiner Pfotenverletzung sicherheitshalber immer seitlich daneben auf dem Erdreich führe, und waren ratzfatz unten am Pinschermobil.

Fazit

Ja, die Schurenbachhalde genießt definitiv Heimvorteil und darf ihren Platz auf meiner Liste allein aus sentimentalen Gründen wohl immer behalten – trotz der nicht zu verachtenen Kritikpunkte. Ob Glasscherben oder lochblecherne Metalltreppe, beide unnötigen Risikofaktoren lassen sich ziemlich leicht umgehen, indem man seine Wegen entsprechend wählt, wenn man mit Hund auf der Halde unterwegs ist. Abseits dieser Problemzonen ist die Schurenbachhalde mit ihren bewaldeten Hängen und gassifreundlichen Wegenetz wirklich immer wieder eine Tour wert. Und wenn man die Sache mit den Scherben im Hinterkopf behält, kann man auch sicher am Rand des Haldendachs einen Weg finden, um Bramme und Panoramaausblick mitzunehmen.

…vorausgesetzt das Wetter macht einem keinen Strich durch die Rechnung. *zwinker* Denn – kleiner Funfact zum Schluss – ich habe bei all meinen bisherigen Besuchen dort in all den Jahren noch nicht ein einziges Mal eine klare, ungetrübte Sicht vom Haldendach aus gehabt und den Panoramablick auskosten können. Aber eines Tages… *fingerzeig*

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