Das geht so gar nicht.

Da wir gerade in den letzten Wochen wieder so einige ärgerliche Hundebegegnungen hatten, bei denen man sich fragt, ob die anderen Hundehalter überhaupt noch nie was von der ungeschriebenen Etikette gehört haben, wird es mal Zeit sich ein bisschen Luft zu machen. Heute also unsere Top 5 No-Gos bei Hundebegegnungen – Vorsicht, Sarkasmus nicht augeschlossen 😉

Nummer Eins – Anleinen

…oder besser gesagt ‘nicht anleinen’. In der Regel leinen wir Buddy immer an, wenn sich uns fremde Hunde frontal nähern. Zum einen, um ihm den Stress aus der Begegnung zu nehmen und ihm zu zeigen, dass er nichts regeln muss, zum anderen um dem Gegenüber zu signalisieren, dass wir – zumindest erstmal – keinen Kontakt zwischen den Fellnasen wünschen. Und hier muss ich ganz klar sagen, dass nicht mal die Hälfte der uns begegnenden Hundehalter sich an die Regel „anleinen, wenn der andere Hund angeleint ist“ hält. Natürlich gibt es einige Hunde, die trotzdem einfach neben ihrem Herrchen oder Frauchen hertrotten ohne Kontakt zu Buddy aufzunehmen. In dem Fall finde ich das auch vollkommen okay. Aber immer dann, wenn man sich nicht sicher ist, dass der eigene Hund sich so verhalten wird, sollte man dann doch lieber die Leine dran machen. Und das sehen doch sehr viele gar nicht ein. Entweder wird unser Anleinen vollkommen ignoriert, der andere Hund kommt ungehindert auf Buddy zugestürmt und wird selbst bei meinem eindeutigen Abblocken nicht abgerufen oder aber der Hund wird halbherzig rangerufen, kommt dann trotzdem zu uns gelaufen und damit ist die Sache dann scheinbar irgendwie erledigt für unser Gegenüber.

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Dann gibt es natürlich noch einige Spezialfälle. Einer meiner Lieblinge (- nicht.) ist die Gruppe von mehreren Hunden, bei der dann zwei von dreien angeleint werden und Nummer Drei sich ganz ungehemmt an Buddy’s Hintern hängt. Sorry, aber wenn man drei Hunde hat und mit ihnen unterwegs ist, dann muss man eben auch drei Leinen dabei haben und in der Lage sein alle drei anzuleinen und zu führen. Einen laufen zu lassen ist da keine Option.

Ergänzt werden diese Begegnungen dann durch die ebenso nervigen Flexileinenfreunde, deren Hunde ja schließlich angeleint sind, auch wenn sie ungehindert die acht Meter ausnutzen dürfen. Oder diejenigen Leute, die ganz ohne Leine aus dem Haus gehen und eben keinen Hund haben der ohne Leine zuverlässig bei Fuß läuft. Zu guter Letzt noch der Klassiker: Die Menschen, die ihren Hund dann zwar anleinen, einem aber äußerst böse Blicke zuwerfen oder gar blöde Kommentare abgeben, da sie ja nun durch unser Anleinen eindeutig total in ihrer Freiheit beschnitten wurden.

Nummer Zwei – Der tut nix

Unser nächster Nicht-Liebling ist der klassische Ausruf „Der tut nix“. In der Regel erfolgt dieser, wenn der Hund des Gegenübers auf uns zugelaufen kommt, obwohl Buddy an der Leine ist und wir alle körpersprachlichen Möglichkeiten ausschöpfen um zu signalisieren, dass wir keinen Kontakt möchten. Natürlich kann es mal passieren, dass man den anderen Hund an der Leine übersieht und einfach nicht schnell genug an seinen dran kommt, bevor der sich schon auf den Weg gemacht hat. Ist uns auch schon oft passiert als Buddy jünger war. Meine Reaktion darauf war aber immer ein zügiges Hinterherhechten, gefolgt von Anleinen und einer Entschuldigung. Die Tut-Nix-Fraktion ist da aber eher gemütlich eingestellt und sieht die Sache mit der herausgegebenen Ungefährlichkeitsinformation als erledigt an. Da wird kein Schritt schneller gegangen, keine Leine gezückt und auch nie eine Entschuldigung ausgesprochen. Interessanterweise sind die meisten Tut-Nixe dazu noch alles andere als freundlich entspannt, während sie so auf einen zukommen. Da wird fixiert, angepirscht, der Körper gespannt wie eine Sprungfeder oder auch ganz offensichtlich geknurrt. Und eventuell beunruhigt mich diese eindeutige Körpersprache dann doch etwas mehr als mich dass „Der tut nix“ in Sicherheit wiegt.

Eine Abwandlung von „Der tut nix“ ist übrigens „der will nur spielen“. Den Satz habe ich auch zu hören bekommen, als Buddy angegriffen und verletzt wurde. Mehr muss man dazu wohl nicht sagen.

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Nummer Drei – Die Regeln das unter sich

Ein Satz, der mich wirklich zum Explodieren bringt, der nicht selten mit Verletzungen endet und den bestimmt schon die meisten von uns gehört haben. Nein. Hunde müssen das nicht unter sich regeln. Erst recht nicht, wenn sie nicht mal in einem Rudel zusammenleben und sich vorher noch nie gesehen haben. Ich als Mensch habe die Verantwortung für meinen Hund, wir bilden das Rudel und ich regle die Begegnung für meinen Hund. Punkt.

Nummer Vier – Die Kommentare der Besserwisser

Das kennen wir alle: die vermeintlich gut gemeinten Ratschläge oder gar die Kritik anderer Hundehalter. Wenn man mit einem kleinen und unkastrierten Rüden unterwegs ist, den man bei Begegnungen anleint, der im Winter Klamotten an hat und den man gar Treppen hochträgt, dann bekommt man im Laufe der Jahre die ganze Palette von belächelnden Blicken, über blöde Sprüche bis hin zu aggressiven Verbesserungsvorschlägen mit. Gerade frischgebackene Hundehalter aber auch weniger selbstbewusste Personen lassen sich ganz sicher von solchen Konfrontationen verunsichern. Ich habe da echt null Verständnis für. Niemand kennt seinen eigenen Hund so gut wie man selbst und niemand der einem irgendwo im Wald begegnet kennt die ganze Geschichte. Wenn ich jemanden sehe, der seinen kleinen Hund eine Treppe hochträgt, dann muss das nichts mit Schosshündchen zu tun haben, sondern könnte doch ganz eventuell einen medizinischen Hintergrund haben. Und wenn man keinen Kontakt mit fremden Hunden wünscht, dann könnte es doch sein, dass der eigene Hund trotzdem super sozialisiert ist und vielleicht einfach keinen Bock auf Überrenner, Hinternmagneten oder Streitsucher hat.

Also liebe Mitmenschen, nehmt euch den Satz „da steckt man nicht drin“ doch einfach mal zu Herzen, bevor ihr meint alles besser zu wissen.

Nummer Fünf – Darf der ein Leckerchen?

Beenden wir unsere Top Fünf mit einem erstmal harmlos wirkenden Sachverhalt: dem verteilten Leckerchen. Steht man gerade irgendwo mit einem anderen Hundehalter zusammen, unterhält sich ein bisschen, dann kann es vorkommen, dass der seinem Hund ein Leckerli in die Schnute steckt. Oft folgt darauf die Frage, ob man dem anderen Hund denn auch ein Leckerchen geben dürfe. Soweit erstmal alles okay. Ein bisschen gemein wird es, wenn der Keks dabei dem eigenen Hund schon vor die Nase gehalten wird, der mit großen Augen und tropfendem Sabber dasteht, und man dann die Frage verneint. Das mache ich in der Regel immer, denn der Zwerg verträgt nun einmal nicht alles und abgesehen davon achten wir immer sehr auf die Zusammensetzung unserer Leckerchen. Außerdem soll Buddy von Fremden schlicht und einfach nichts annehmen, was er auch nicht ohne weiteres tut. Da muss ich ihm dann schon ausdrücklich sagen, dass er es fressen soll. Und das finde ich angesichts des Trainings irgendwie kontraproduktiv.

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Nun ja, wie dem auch sei, viele akzeptieren das Nein, wenn auch manchmal mit Erstaunen und Mitleidsbekundungen für den Zwerg. Dann haben wir aber auch schon, gerade bei älteren Herrschaften, erlebt, dass das Leckerli dann trotzdem fallen gelassen wird oder, noch schlimmer, dem Hund gegen die Schnute gedrückt wird. Meist kommentiert von einem „Ups“. An dieser Stelle schwanken meine Emotionen zwischen Wut und Stolz. Wut darüber, dass meine Entscheidung einfach ignoriert wird und Stolz darüber, dass Buddy das Leckerchen dann bisher nie angenommen hat. Einmal musste er es sogar ausspucken, weil es ihm so schnell ins Maul gedrückt wurde, dass er erstmal schalten musste. Hallo? Geht’s noch? Sowas macht einen in Zeiten von Giftködern und Lebensmittelallergien doch echt fassungslos.

Bestimmt würden wir auch locker noch die Top Zehn vollbekommen, aber an dieser Stelle wollen wir es für heute gut sein lassen. In diesem Sinne, hütet euch vor euresgleichen, lasst euch nicht allzu sehr ärgern und freut euch über alle positiven Begegnungen 😉

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